Ein Roter Amerikanischer Sumpfkrebs krabbelt durch den Berliner Tiergarten. Britta Pedersen/dpa

Sie leben in Berliner Gewässern. Doch wer sich bei Regenwetter vor die Tür traut, kann dann auch roten Sumpfkrebsen in Berlin begegnen – und dass immer öfter. Sie sind extrem lästig und vermehren sich rasant. Aber sind sie auch gefährlich? Und was kann man gegen die Invasion tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Was sind Sumpfkrebse?

Bei den Tieren handelt es sich um eine nicht heimische Krebsart, den Roten Amerikanischen Sumpfkrebs. Die etwa zwölf Zentimeter großen Krebse wurden im Aquarienhandel angeboten und werden aufgrund ihrer schönen roten Färbung gerne gekauft. Eigentlich sind Sumpfkrebse im Süden der Vereinigten Staaten und Nordmexiko beheimatet. Die Allesfresser, die sich sehr schnell vermehren, werden hierzulande als Gefahr für heimische Arten und Ökosysteme gesehen.

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Wo kommen die Sumpfkrebse her?

Vermutlich wurden vor einiger Zeit solche Krebse in die Tiergartengewässer ausgesetzt. „Möglicherweise hatten die Tierhalter kein Interesse mehr an ihren Schützlingen oder es wurden überzählige Jungtiere aus Privathaltung – aus falsch verstandener Tierliebe – auf diese Weise entsorgt“, sagt Katrin Koch vom Wildtiertelefon des Nabu Berlin. Die Freilassungen haben jedoch verheerende Auswirkungen, denn der Sumpfkrebs vermehrt sich rasant und mehrmals im Jahr.

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Wo gibt es in Berlin besonders viele Sumpfkrebse?

Der Tiergarten in Mitte und der Britzer Garten in Neukölln zählen zu den Orten, an denen man Sumpfkrebse am häufigsten antrifft. Zu den nachgewiesenen Fundorten zählen unter anderem auch der Landwehrkanal, die Erpe und der Spandauer Schifffahrtskanal. Marmorkrebse – ebenfalls eine invasive Art – tummeln sich etwa im Schlachtensee und mehreren anderen Seen im Südwesten Berlins.

Sind Sumpfkrebse gefährlich?

Seine Scheren sind mit roten Dornen besetzt und er ist wehrhaft. Besonders bei Regenwetter laufen Sumpfkrebse auch über (Rad-)Wege und Straßen. Zwar können Sumpfkrebse auch mal zwicken. Von den Krebsen geht aber grundsätzlich keine Gefahr für den Menschen aus.

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Für wen sind die Sumpfkrebse eine Gefahr?

Abgesehen davon, dass Sumpfkrebse schlecht für das heimische Ökosystem sind, sind sie vor allem auch eine Gefahr für heimische Krebsarten. Als Träger einer Pilzerkrankung (Krebspest) ist der Sumpfkrebs eine echte Gefahr. Gegen diese Erkrankung sind die Tiere selbst immun, für europäische Flusskrebsarten ist die Krebspest hingegen tödlich. Die wanderlustigen Tiere tragen die Infektionen in das nächste Gewässer. Die Ausbreitung in Spree und Havel muss also dringend verhindert werden.

Gefangene Amerikanische Flusskrebse krabbeln in einer Reuse im Tiergarten. In Berlin hat ein Fischer die Fangerlaubnis für die Sumpfkrebse. Britta Pedersen/dpa

Was wird gegen die Sumpfkrebs-Invasion in Berlin unternommen?

Berlin setzt seit nunmehr fünf Jahren auf die Bekämpfung unerwünschter Sumpfkrebse in einigen Gewässern der Stadt. Dafür erhält jeweils ein Fischer die Fangerlaubnis. Ziel ist es, den Bestand der invasiven Art zu reduzieren und eine Ausbreitung in weitere Gewässer zu verhindern.

Das wird von der Stadt sogar finanziell gefördert: mit sieben Euro pro Kilo Krebse, jedoch insgesamt nicht mehr als 5000 Euro. Das Krebsfleisch wird zudem als regionale Delikatesse verkauft.

Über den Winter werden die Tiere nicht gefangen, da sie bei niedrigen Wassertemperaturen weitgehend inaktiv und am Grund der Gewässer verborgen sind.