Polizisten wickeln eine große Ukrainische Fahne bei einer Gedenkveranstaltung vor dem Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten zusammen. dpa/Christophe Gateau

Es ging nicht alles glatt am Sowjetischen Ehrenmal in Tiergarten, als dort am Sonntag der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk einen Kranz zum Gedenken an die ukrainischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs niederlegte. Mehrere hundert Menschen waren ebenfalls zum Mahnmal gekommen, um an das Kriegsende vor 77 Jahren zu erinnern. Darunter auch einige, die in diesem Moment nicht an sich halten konnten und während der Kranzniederlegung des Botschafters „Melnyk raus“ riefen. Andere Teilnehmer begegneten den Pöbeleien ihrerseits mit ukrainischen Sprechchören. Viele waren in den blau-gelben Nationalfarben der Ukraine gekleidet.

Ein Mann verteilte laut einem dpa-Reporter ukrainische Papier-Flaggen, die die Polizei aber rasch wieder einsammelte. Der Mann wurde demnach von den Beamten von der Veranstaltung weggeführt.

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine, legt am Ehrenmal in Tuergarten einen Kranz nieder. Benjamin Pritzkuleit

Berlin: Riesige Ukraine-Flagge am Ehrenmal in Tiergarten

Die Berliner Polizei twitterte am Sonntag, es gelte vor allem, eine „Instrumentalisierung“ des Krieges zu verhindern. Sie verwies erneut auf die Regeln – dabei gelten aber Ausnahmen für Kriegsveteranen sowie Botschafter samt Delegationen. Am Sowjetische Ehrenmal tauchte dann auch eine riesige Ukraine-Flagge auf, die von Aktivisten mitgebracht worden war. Prompt wurde sie von Polizisten eingerollt.

Die Polizei hatte anlässlich des Gedenkens an das Weltkriegsende in Europa vor 77 Jahren am Sonntag und am Montag in Berlin für 15 Gedenkorte Auflagen erlassen, unter anderem ein Verbot von russischen und ukrainischen Fahnen.

Der Senat hatte am Samstag nach heftiger Kritik des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk die Auflagen für insgesamt 15 Gedenkorte der Hauptstadt verteidigt, wo keine Flaggen und militärischen Symbole erlaubt sind, darunter eine Reihe Sowjetischer Ehrenmale sowie auch das Deutsch-Russische Museum. Durch diese Regeln solle ein „würdevolles, friedliches Gedenken“ ermöglicht werden. Überall sonst seien Fahnen in der Öffentlichkeit aber erlaubt.