Überflutete Straßen: Für Berliner in diesem Frühsommer ein vertrautes Bild. Foto: Paul Zinken/dpa

Die Großwetterlage zeigt eindrücklich, was uns in den kommenden Tagen bevorsteht: Gleich drei Tiefdruckgebiete namens Nadine, Petra und Octavia verdrängen Hoch Thomas, das uns derzeit noch mit hochsommerlicher Wärme verwöhnt. Zu allem Überfluss ziehen die Überreste des Tropensturms Christobals nordwestlich von uns vorbei.

Das verspricht dicke Luft, und genau so wird es auch kommen. Die Nacht bleibt in unserer Region noch trocken. Im Nordosten bleibt es sogar noch wolkenfrei, während in den übrigen Teilen Brandenburgs Wolken einsicken. Die Tiefsttemperaturen bleiben angenehm mild: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet mit Werten zwischen 17 und 13 Grad.

Heftiger Starkregen in wenigen Stunden, Gewitter und Böen

Der Donnerstag startet noch ruhig, doch dann wird es bald turbulent. Immer mehr Wolken schieben sich im Tagesverlauf vor die Sonne. Schon ab Mittag erwartet der DWD von Polen her erste Schauer im Gebiet der Neiße, die sich in Südbrandenburg ausdehnen. Am Abend nimmt dann im ganzen Land die Gewitterneigung zu. Örtlich eng begrenzt sei Starkregen bis zu 20 Liter/Quadratmeter möglich.

Zunächst steigen die Höchstwerte nochmal auf bis zu 28 Grad. Mit minimal 16 Grad bleibt die Nacht mild, aber sie wird ungemütlich: Immer wieder regnet es, zeitweise schauerartig verstärkt, es kann gewittern – und auch weiterer „heftiger Starkregen in wenigen Stunden“ sei nicht ausgeschlossen, warnen die Meteorologen.

Sehr ungemütlich geht es auch am Freitag weiter: Immer wieder regnet und gewittert es kräftig. Dabei ist „mit Windböen und teils unwetterartigem Starkregen“ zu rechnen, heißt es beim DWD. Immerhin bleiben die Höchstwerte auf einem Niveau zwischen 20 und 23 Grad.

Biergarten oder Grillfeste fallen am Freitagabend ins Wasser, denn es bleibt regnerisch, und im Norden Brandenburgs kann es noch gewittern.

Nach Tiefstwerten von 14 Grad startet der Sonnabend mit etwas Regen, aber im Tagesverlauf heitert der Himmel vom Süden her auf. Bei bis zu 22 Grad kann man dem Tag auch im Freien noch etwas abgewinnen. Die Regengefahr ist allerdings weiter nicht gebannt – bis zum Sonntag kann es immer mal wieder etwas schütten.

Für die kommende Woche zeigen die Wettermodelle allerdings auf eitel Sonnenschein: Die 30-Grad-Marke rückt nun in Reichweite. Wer sich nicht nach Mallorca oder Kroatien aufgemacht hat, wird für die Zurückhaltung reichlich belohnt. Denn gerade jetzt erreichen die Badeseen unserer Region angenehme Temperaturen: Knapp 21 Grad werden derzeit vom Müggelsee und Stechlinsee gemeldet.

Was ist dran an der Siebenschläferregel?

Und nun die große Frage: Bleibt es so, oder wartet die nächste Unwetterfront bereits am Horizont? Der Blick richtet sich auf den 27. Juni, den kalendarischen Siebenschläfertag. Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) zitiert die altbekannte Bauernregel : „Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so es sieben Wochen bleiben mag.“ Auch wenn sich das exakte Wetter für den Tag nicht exakt vorhersagen lässt, rechnet Jung mit Blick auf die führenden Wettermodelle mit hochsommerlichen Werten zwischen 25 und sogar 35 Grad. Erst scheint die Sonne, dann drohen erneut Gewitter.

Brütend heiß, Donnerwetter – und so soll es sieben Wochen lang weitergehen? Diplom-Meteorologe Jung beschwichtigt, die Siebenschläferregel jedenfalls nicht streng auf den Stichtag des Siebenschläfers zu beziehen: „Dem Sommer ist es völlig egal, wie das Wetter am Siebenschläfertag ist. Das ist nur ein Tag. Und ein Tag kann niemals über das Wetter einer ganzen Jahreszeit entscheiden.“

Jung sieht aber durchaus eine statistische Trefferquote, wenn man sich statt des einen Tages das Wettergeschehen zwischen Ende Juni und Anfang Juli anschaut. Die Großwetterlage, die sich in dem Zeitraum herausbilde, kann sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch in den folgenden Wochen fortsetzen. „Ist ein sonniges Hoch da, dann könnte das ein paar Wochen bleiben. Ist es dagegen eher sehr wechselhaft, dann dürfte auch der Sommer über weite Strecken wechselhaft werden“ erklärt Wetterexperte Jung.

Dürresommer, Gewitterschauer oder irgendetwas dazwischen: Die kommenden Tage könnten entscheidend dafür werden, was uns im Sommer erwartet.