Die frühere Achterbahn „Spreeblitz“ steht abgesperrt und eingewachsen im Spreepark. Annette Riedl/dpa

Fans des Spreepark schauen noch immer gebannt auf das Gelände, das einst ein Freizeitpark war. Denn der „Neustart“ rückt näher! 2022 sollen erste Bereiche eröffnen. Nun gibt es neue Einblicke in die Pläne – zu den „Labortagen“ zeigt die Grün Berlin GmbH, wie es bald aussehen soll.

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Ich beobachte die Entwicklungen um den Park schon länger. Und bin kein großer Fan davon, dass Berlin ein solch tolles Gelände zuerst verkommen lässt, um es dann zum Kunst-Park zu machen. Vergnügen? Brauchen wa nich! Aber nun bin ich überrascht. Denn dass es – Vorsicht, Ironie – am Ende doch SO AUFREGEND wird, hätte ich wirklich nie erwartet.

Besucher können die alten Attraktionen wieder erleben – nur eben anders

Die früheren Attraktionen „ermöglichen den Besuchern besondere Erlebnisse im Alltag“, heißt es. Wie das aussieht? Ich kann als Besucher des Spreeparks bald zu Fuß durch eine Ex-Achterbahn gehen. GEHEN! Das Tassenkarussell, auf dem einst Kinder juchzten: Zukünftig kann man sich in die Tassen setzen, ohne dass sie sich bewegen. Spüren Sie schon das Adrenalin? Und: Die Schwanenfahrt, die in Booten durch Kanäle führte, wird zum „frei nutzbaren Treffpunkt“. Irre!

Stellten neue Details zum Konzept des Spreeparks vor: Umwelt-Staatssekretär Stefan Tidow, Grün Berlin-Chef Christoph Schmidt und Katja Aßmann, künstlerische Leiterin. Foto: Gerd Engelsmann

Spaß beiseite: Mir erschließt sich nicht, wie all das Besucher locken soll. Der Spreepark wäre, als Freizeitpark hergerichtet, eine Attraktion gewesen. So wird er nur ein müdes Abziehbild dessen, was so fest in den Erinnerungen vieler Berliner verankert ist.

Es ist toll, dass sich das Riesenrad bald wieder dreht, aber...

Natürlich ist es toll, dass sich das Riesenrad bald wieder dreht. Es wird aber das einzige bleiben, was überhaupt Menschen in den Park lockt. Denn: Sitzen, gehen, stehen und gucken kann ich auch woanders. Sogar ohne Eintritt. Wer sich all das ausgedacht hat, hat eine Chance für Berlin verschenkt.  

Nur einen Bewohner gibt’s, der hier bisher richtig glücklich ist. Und sich in den Gewässern des Geländes ausgebreitet hat: Es ist die „Steifborstige Armleuchter-Alge“. Und das, meine Damen und Herren, ist keine Ironie.