Eine Warnweste mit Polizei-Aufschrift und viele glauben, sie hätten es mit echten Polizisten zu tun. Drei falsche Polizisten wurden jetzt verurteilt.
Eine Warnweste mit Polizei-Aufschrift und viele glauben, sie hätten es mit echten Polizisten zu tun. Drei falsche Polizisten wurden jetzt verurteilt. imago/imagebroker

Dieses Urteil lässt aufatmen. Seit Jahren treiben falsche Polizisten ihr Unwesen in Berlin. Jetzt wandern drei besonders gefährliche Exemplare von ihnen in den Knast.

Nach einem bewaffneten Überfall auf eine Familie in Berlin-Wedding durch falsche Polizisten sind drei Männer verurteilt worden. Acht Jahre und drei Monate Haft ergingen gegen einen 27-Jährigen. Für sieben Jahre und drei Monate soll ein 25-Jähriger ins Gefängnis. Eine Strafe von vier Jahren und drei Monaten erhielt ein 36-Jähriger.

Die Angeklagten hätten sich des schweren Raubes und des erpresserischen Menschenraubes schuldig gemacht, begründete das Berliner Landgericht am Montag nach fast fünfmonatigem Prozess.

Einer der Angeklagten sei mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Pistole bewaffnet gewesen, ein anderer habe ein Jagdmesser sichtbar in der Hand gehalten, hieß es weiter im Urteil. Einem sechsjährigen Mädchen sei die Softair-Pistole gegen den Kopf gehalten worden. Die Opfer seien ganz erheblich in ihrem Sicherheitsgefühl beeinträchtigt worden.

Falsche Polizisten klingelten zuerst bei einem Nachbarn der Familie

Es ist davon auszugehen, dass das Mädchen und dessen Eltern bis heute von Albträumen geplagt werden. So ein Ereignis lässt sich kaum aus der Erinnerung verdrängen. 

Alarmierte Polizisten nahmen die falschen Polizisten noch am Tatort fest. Dass die Ganoven überhaupt gefasst wurden, ist einem aufmerksamen Zeugen zu verdanken. Ein Nachbar hatte die Einsatzkräfte gerufen, nachdem die Männer zuvor irrtümlich bei ihm geklingelt und sich als Polizisten ausgegeben hatten. Das kam dem Nachbarn merkwürdig vor. Zum Glück!

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Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen bis zu neun Jahren und drei Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte auf geringere Strafen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob die Männer in Berufung gehen, war am Montag noch unklar.