Planbare Operationen, die medizinisch nicht unbedingt notwendig sind, sollen verschoben werden. Foto: imago images/Shotshop

Laut dem Corona-Lagebericht des Berliner Senats sind bereits 19,5 Prozent der Intensivbetten in der Hauptstadt mit Covid-19-Patienten belegt. Nun reagiert die Senat und verordnet, dass Berliner Kliniken vorerst nur noch solche planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe durchführen, die medizinisch dringlich sind. Das geht aus einer Verordnung der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hervor, die zum Samstag in Kraft tritt. Die Gesundheitsverwaltung machte auf Anfrage keine Angaben, in welcher Größenordnung nun Eingriffe ausgesetzt oder verschoben werden.

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Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte das Verschieben planbarer Eingriffe in den 38 Notfallkrankenhäusern bereits am Donnerstag angekündigt und davon gesprochen, dass die Kliniken 25 Prozent ihrer Intensivbetten für Covid-19-Patienten freihalten müssten. Den Bund forderte sie auf, wie im Frühjahr wieder Freihaltepauschalen einzusetzen.

Zurzeit stehen nach Angaben der Gesundheitsverwaltung vom Freitag in den Berliner Krankenhäusern 1521 Intensivbetten zur Verfügung. Die Zahl der Covid-19-Patienten in den Berliner Krankenhäusern war zuletzt stark angestiegen. Mehr als 800 Corona-Fälle werden stationär behandelt, davon mehr als 230 intensivmedizinisch (Stand: Lagebericht vom Donnerstag). Eine weitere Zunahme wurde angesichts der Neuinfektionszahlen der vergangenen Wochen erwartet.

Wie das Robert Koch-Institut auf seiner Webseite schreibt, werden nach Daten aus dem deutschen Meldesystem circa zwölf Prozent der in Deutschland übermittelten Corona-Fälle in Krankenhäusern versorgt. Von den Krankenhausfällen werden demnach laut Schätzungen acht Prozent intensivmedizinisch behandelt.