Der Karneval der Kulturen fällt dieses Jahr deutlich kleiner aus. imago/Simon Becker

Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die zählen. Man könnte das fast als Motto des diesjährigen Karnevals der Kulturen nehmen. Der nämlich fällt 2022 eine Nummer kleiner aus. Er schrumpft, und das hat seine Gründe.

Der Karneval der Kulturen, eines der größten Feste Berlins, fällt dieses Jahr zum dritten Mal in Folge wegen der Corona-Pandemie aus. Als kleines Trostpflaster ist am Pfingstsonntag (5. Juni) ein Fest in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg geplant, mit Tanzgruppen, Kulturvereinen und Streetfood. Jedermann könne kommen, sagte eine Sprecherin. „Der Karnevalsgedanke bleibt erhalten.“ Angekündigt sind etwa Canoafolk, Grasslander Ngote, Berlin Indiawaale und Ginga Brasil.

Auf der Homepage des Veranstalters liest sich das so: „Auch wenn 2022 kein Karneval der Kulturen stattfindet, so präsentieren sich Umzugsgruppen selbstorganisiert an verschiedenen Orten in der Stadt. Auf diese Weise kann die Arbeit der Karnevalist*innen, die oft über das Jahr hinweg der breiteren Öffentlichkeit verborgen bleibt, auch dieses Jahr Funken überspringen lassen – ‚hier und dort, oder anderswo‘ schaffen sie mit ihrer Leuchtkraft Möglichkeiten des Austauschs und der Begegnung zwischen unterschiedlichen Menschen.“

Karneval der Kulturen kehrt 2023 in großer Form zurück

Und weiter: „Die Karnevalsfunken werden über das Jahr verteilt in unterschiedlichen Bezirken zu finden sein und erinnern Berlin daran, dass die Akteur*innen des Karneval der Kulturen noch hier sind, im Wandel aber weiterhin mit dem Impuls verbunden, die kulturelle Vielfalt dieser Stadt zu spiegeln und möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.“

Und so sieht das Programm des kleinen Festes aus:

4. Juni Carnaval Crelle, Crellestraße 29 (Schöneberg), 17 Uhr bis 18 Uhr
5. Juni Streetfood auf Achse, Kulturbrauerei (Prenzlauer Berg), 12.30 Uhr bis 19 Uhr
12. Juni KUNST:offen! Tag der offenen Tür, Haus des Karnevals (Marzahn), 13 Uhr bis 17 Uhr
21. Juni Fête de la Musique, Park am Gleisdreieck (Kreuzberg), 14 Uhr bis 21 Uhr

Lesen Sie auch: Ungute Entwicklung: Corona lässt die Deutschen wieder mehr qualmen>>

2023 soll das Fest wieder in großer Form zurückkehren. Bis Oktober laufen demnach die Planungen für das Konzept des Umzugs, der traditionell über Pfingsten Hunderttausende Besucher nach Kreuzberg lockt. Die Vision ist es den Veranstaltern zufolge nun, „den Impuls des Karnevals als kreative antirassistische Intervention für ein kulturell vielfältiges Berlin neu zu denken“. Nach dem Ausscheiden der langjährigen Leiterin Nadja Mau gibt es im Haus des Karnevals in Marzahn ein neues Leitungsteam, Geraldine Hepp und Aissatou Binger.