Warteschlange in Tegel - aber sie bewegte sich kontinuierlich. Foto: Lehrke

Ja, es stimmt: Die Telefon-Hotline glühte, als 300.000 Berliner zwischen 60 und 70 sich seit vorigem Donnerstag plötzlich für eine Astrazeneca-Impfung telefonisch und ohne Einladung anmelden konnten. Ja, es stimmt, bei vielen stieg der Blutdruck, weil trotz gewaltigen Personaleinsatzes von über 1000 Leuten kaum ein Durchkommen war und die Wahlwiederholungs-Tasten der Telefone einer hohen Belastung ausgesetzt waren. Und ja, es stimmt, man musste vor den Astrazeneca-Impfzentren Tegel und Tempelhof lange anstehen.

Aber nein, es stimmt nicht, dass die Aktion ein Flop war. Zu Tausenden strömten die Menschen zur Astrazeneca-Spritze, die so unverhofft bereit stand. In den Impfzentren flutschte es. Die große Freundlichkeit umfing jeden, der kam, angefangen bei den Einweisern für Fußgänger und Autofahrer über die zivilen Helfer, Soldaten und Ärzte in den Zentren bis hin zur Verteilung kleiner Oster-Süßigkeit am Ausgang.

Locker 57.000 Menschen bekamen seit Karfreitag ihre Immunisierung, davon 18.000 mit Astrazeneca. Die Berliner haben abgewogen und sich trotz der Alarmmeldungen um diesen Impfstoff für ihn entschieden. Es ist ihnen bewusst, dass das Risiko, Corona zu bekommen und schwer zu erkranken, viel größer ist als das Risiko der Nebenwirkungen.

Jeder, der in den nächsten Wochen die Möglichkeit bekommen wird, sollte die Chance auf den Piks nutzen.

An die 470.000 Berliner haben inzwischen die erste Spritze bekommen, deutlich über 225.000 die zweite. Das lässt doch hoffen, dass wir tatsächlich im Sommer durch sind mit dem Impfen und die Chance wächst, wieder ein weitgehend normales Leben leben zu können. 

Ein guter Grund, mal wieder das höchste Berliner Lob auszusprechen: Kannste nich meckern.