Konnte sich den Betrieb mit Corona-Maßnahmen nicht leisten. Das Kino Colosseum Prenzlauer Berg. Foto: imago images/Raimund Müller

Unternehmen aus mehreren Branchen warnen vor übertriebenen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. So hätten flächendeckende Verbote beispielsweise dramatische Folgen für die Kinolandschaft, so die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO).

Seit Monaten hätten Kinobetreiber dafür gearbeitet, den Menschen ein sicheres Kinoerlebnis zu ermöglichen. „Die eingeführten Regeln wurden strikt umgesetzt – bis hin zu Hausverboten“, teilte Verbandspräsident Thomas Negele am Mittwoch mit. Kinobesuche seien sicher.

In einem offenen Brief protestieren zudem Betreiber von Fitnessstudios gegen eine mögliche Schließung ihrer Einrichtungen im Zuge neuer Corona-Schutzmaßnahmen. „Hierbei handelt es sich genau um das falsche Signal und eine unzumutbare Benachteiligung von Menschen, die ganz bewusst und gerade jetzt ihre Immunabwehr stärken wollen und sollen“, schrieb die Präsidentin des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV), Birgit Schwarze.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollten am Mittwochnachmittag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Ein Entwurf für die Beschlussvorlage sieht vor, das öffentliche Leben drastisch herunterzufahren. Bundesweit müssten dann zum Beispiel Gastronomie, Theater, Opern und Kinos schließen.

Der Filmverband SPIO sprach von einer „undifferenzierten Maßnahme“: Sie würde „nicht wesentlich zur Eindämmung beitragen“, den Menschen aber die Gelegenheit für eine Auszeit aus dem Alltag nehmen. „Derartige Einschränkungen gefährden die Akzeptanz und damit die effektive Wirksamkeit der wichtigen Corona-Schutzmaßnahmen.“ Auch Filmverleiher werde eine Schließung treffen.