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Kita-Portal: Berlin total auf Verschwendung programmiert

Frühkindliche Bildung ist wichtig. Die Wartelisten auf einen Kita-Platz sind lang.

Frühkindliche Bildung ist wichtig. Die Wartelisten auf einen Kita-Platz sind lang. 

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Markus Wächter

Berlin -

Die Nachfrage nach freien Kita-Plätzen ist so riesig, dass Eltern schon während der Schwangerschaft auf die Suche gehen. Nun gibt der Senat etwa 5 Millionen Euro pro Jahr für eine Datenbank mit allen Kitas und Trägern aus – und die Eltern haben davon so gut wie nichts. Eine geplante App zur Entlastung der Eltern (Kosten: 500.000 Euro) ist immer noch nicht fertig.

Starttermin für das App „Kita Navigator“ wurde auf September verlegt

Mit der App „Kita Navigator“ sollten Mütter und Väter schauen können, an welchen Einrichtungen es freie Plätze für die Kleinen gibt und wo eine Anmeldung möglich ist. Dass Kinder, die schon einen Platz ergattert haben, immer noch Wartelisten blockieren, bleibt ein Problem. Eine Online-Registrierung sollte diese Schwierigkeit lösen. Mit viel Tamtam versprach Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) im September 2018, dass das Programm „Kita Navigator“ ab 2019 kommt. Der Starttermin wurde jetzt auf Anfang September verlegt.

Der Navigator kostet 500.000 Euro. Die Zahl teilte der Senat auf eine Anfrage der Abgeordneten Maren Jasper.Winter (FDP) mit. Die Bildungsverwaltung versichert auf KURIER-Anfrage, dass alles im Zeitplan sei und auch nicht zu teuer. Das Programmieren sei ein komplexes Verfahren, das mit den Trägern der Kitas abgestimmt werden müsse.

Berlin investierte man über 48 Millionen in das „Kita Navigator“ - zu viel?

Doch die 500.000 Euro sind erst der Anfang des Geldausgebens: Denn die geplante App „Kita Navigator“ speist die Daten aus einem Programm, das die Senatsverwaltung schon hat. Es nennt sich ISBJ (Integrierte Software Berliner Jugendhilfe). Und es ist nicht gerade billig. Im Jahr 2017 gab Berlin für den Bereich Kita fünf Millionen Euro aus. Von 2004 bis 2017 investierte man über 48 Millionen in das Programm.

Nun kann die Software zugegeben einiges: Die Kostenabrechnung für 1189 Kita-Träger mit rund 2600 Kitas ist möglich. Die An-und Abmeldung der Kinder wird registriert. Trotzdem findet Maren Jasper-Winter (FDP) diese Kosten exorbitant hoch: „Ihre Vorhaben haben schon BER-Niveau, Frau Scheeres müsste mal Prioritäten setzen.“ Dass Eltern Kita-Plätze online buchen können, sei ihn vielen Städten längst möglich, in München und in Castrop-Rauxel, sagt sie.