Der Kfz-Schlosser Ridvan D. (47) ergaunerte 30.679 Euro und muss in den Knast.
Der Kfz-Schlosser Ridvan D. (47) ergaunerte 30.679 Euro und muss in den Knast. KE.

Er prahlte mit besten Kontakten, versprach lukrative Jobs oder Schnäppchen. Doch wer sich auf Ridvan D. (47) einlässt, muss um sein Erspartes bangen. Mit Leidensmiene saß der smarte Typ nun vor Gericht: „Ich schäme mich, ich mache so was nie wieder.“ Und er gestand im letzten Berliner Amtsgerichts-Prozess des Jahres: „Ich war arbeitslos geworden in der Pandemie, wollte aber was vom Leben haben. Da habe ich gelogen.“

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Ein Betrüger, wie er im Buche steht: Seit über 10 Jahren täuscht er arglistig und zieht mit Lug und Betrug gutgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche. Diesmal angeklagt 16 Taten zwischen Januar 2021 und Oktober 2022 – der Kfz-Schlosser ergaunerte 30.679 Euro.

Er gaukelte Kontakte zu einem großen Pharma-Unternehmen vor: „Ich kann da eine gute Arbeitsstelle verschaffen.“ Allerdings sei dem fürs Personal zuständigen Mann eine gewisse Summe zu zahlen. Tatsächlich hatte D. früher als Staplerfahrer in der Firma gearbeitet und war ohne Draht zum Personalchef.

Der Kfz-Schlosser ergaunerte immer wieder listig Provisionen

Zwischen 1000 Euro und 2500 Euro verlangte D. und kassierte in sieben Fällen als angeblicher Job-Vermittler. Hassan B.* (44, Namen der Opfer geändert): „Ich sollte für einen Monat im Lager arbeiten, dann in der Türkei Medikamente verkaufen.“ Richterin: „Fragte er nach einer Qualifikation?“ B.: „Nein, aber versprach einen Vertrag.“

Wenn der Betrüger listig eine „Provision“ ergaunert hatte, verschwand er. Wissam E.* (58): „Ich gab 1500 Euro, er wollte meinem Sohn eine Anstellung in der Kantine des Unternehmens verschaffen.“ Doch nach der Zahlung war D. nicht mehr erreichbar.

Bis zu 3000 Euro zockte Ridvan D. mit angeblich engen Kontakten zum Chef eines Technik-Marktes ab. Seine Lüge bei neun Taten: „Ich bekomme Rabatt.“ Einmal im Jahr könne er nach Herzenslust einkaufen – mit Rabatt von 60 Prozent.

Einen Chef eines Schlüsselnotdienstes legte er im März rein. Ahmet Ö.* (51): „Er rief an und sagte, er habe eine Villa, wolle neue Schlösser einbauen lassen. Ich dachte, er wäre ein Kunde.“ Immer wieder habe D. angerufen, schließlich mit angeblich ganz fantastischen Konditionen im Elektro-Markt gelockt.

Zeuge Ö.: „Er kann manipulieren.“ 3000 Euro in bar habe er an D. vor dem Markt für Handy, Tablet, Kühlschrank, Waschmaschine gezahlt. Er sollte dann zum Lager gehen. Doch für Ö. lag da nichts. Und D. war wieder einmal schnell verschwunden.

In einem 200-seitigen Buch hat Ridvan D. alle seine Verfehlungen aufgeschrieben

Mehrfach wurde er wegen ähnlicher Taten verurteilt – 2015 bekam er zweieinhalb Jahre Knast. Der Angeklagte: „Ich bitte um Entschuldigung. Ich will zurückzahlen.“ Und er versucht sich als Buchautor: „Ich habe alle meine Fehler aufgeschrieben – 200 Seiten.“

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Die Richterin: „Nach einer Haftstrafe ging die nächste Serie los – Sie lassen sich nicht beeindrucken.“ Der im Oktober verhaftete Betrüger bleibt im Knast. Urteil: Drei Jahre und vier Monate Haft.