Auch Forelle mit Petersilienkartoffeln stand im Gastmahl des Meeres zu DDR-Zeiten auf der Speisekarte. imago/imagebroker

Woran denken Sie, wenn Sie an die Gastronomie der DDR denken? Sicherlich fallen Ihnen die Schnellimbisse ein, an denen es Goldbroiler, Grilletta und Ketwurst gab – und vielleicht denken Sie auch an die Mitropa-Gaststätten. Aber: Erinnern Sie sich auch noch an die Gaststätten-Kette „Gastmahl des Meeres“? Die Fischgaststätten wurden von der Handelsorganisation (HO) betrieben, waren beliebt. Was es dort gab? Das ist noch heute wohlbekannt – weil in den Schätzen des Berliner DDR Museum eine Speisekarte lagert.

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„Gastmahl des Meeres“: Erinnern Sie sich an die Kult-Gaststätte in der DDR?

Erfunden wurde die Idee für das „Gastmahl des Meeres“ von Rudolf Kroboth, der Anfang der 1960er-Jahre Werbeleiter beim Fischkombinat Rostock war. Außerdem war er Gastgeber der TV-Sendung „Tip des Fischkochs“. Das erste Restaurant eröffnete 1966 in Weimar, es folgten schnell unzählige weitere Gaststätten. Ende 1989 seien es Gasthäuser an 33 Standorten gewesen, heißt es.

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In den Häusern wurden bis zu 100 Fischgerichte angeboten, darunter Seelachs, Hering und Dorsch. Doch die Speisekarte variierte – je nachdem, was gerade erhältlich war. Berliner dürften sich vor allem an die Filiale am Alexanderplatz, Ecke Spandauer Straße erinnern – noch heute berichten damalige Gäste, es habe immer wieder lange Warteschlangen gegeben. Und eigentlich habe man einen reservierten Tisch haben müssen, um überhaupt einen Platz in dem Lokal zu bekommen.

Wer nun seine Erinnerungen wecken will, der sollte einen Blick auf die Speisekarte werfen, die sich in der Sammlung des Berliner DDR Museum in der Karl-Liebknecht-Straße findet. In der Online-Objektdatenbank kann man die Menükarte einsehen – und vor allem die Preise lassen staunen! Als Vorspeise wurde etwa Japanischer Fischsalat mit Toast für 1,50 Mark serviert – die russische Soljanka mit Fisch war ebenfalls für 1,50 Mark zu haben.

Das stand im DDR-Gasthaus „Gastmahl des Meeres“ auf der Speisekarte

Das Kabeljaufilet gab’s mit Mayonnaisensalat und „Chillysauce“  für 3,50 Mark. Ebenfalls beliebt: Marinierter Hering „Hausfrauenart“ mit Kartoffeln und Salat für 2,50 Mark der DDR und Heilbuttsteak vom Grill mit Kräuterbutter, Pommes Frites und gemischtem Salat für 4 Mark. Die Speisekarte verrät auch, dass nicht immer alles verfügbar war – so gibt es „Seelachsfilet oder ein gleichwertiges Fischfilet nach Cottbusser Art“ für 3,50 Mark.

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Viel teurer wurde es auch nicht: Die „Stralsunder Mix-Grillplatte“ aus verschiedenen Edelfisch-Sorten kostete 4,50 Mark und der gedünstete Zander mit zerlassener Butter, Kartoffeln und Salat immerhin 3,50 DDR-Mark. Und übrigens: Wer nach dem Fisch-Dinner noch Hunger hatte, konnte beim Nachtisch zuschlagen. Auf der Karte: Pfirsichkompott für 0,70 Mark und Pflaumenkompott für 0,55 DDR-Mark.

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Übrigens: Einige der Gaststätten, die nach der Wende nicht schlossen, sondern in private Hand übergingen, gibt es noch heute, etwa in Sassnitz, Freiberg und Suhl. Na dann: Mahlzeit!