Ab Montag gilt es: In Restaurants dürfen nur noch Berliner, die geimpft oder genesen sind. dpa

Kein Zutritt für Ungeimpfte! Für viele Berliner wird es richtig unangenehm, wenn ab Montag die vom Senat beschlossene verschärfte 2G-Regelung gilt. Nur gegen Corona Geimpfte und Genesene dürfen dann noch etwa zum Friseur, ins Restaurant oder ins Kino. Hohe Strafen drohen. Fakt ist aber auch, dass Polizei und Ordnungsämter es nicht schaffen werden, die Einhaltung der verschärften Maßnahmen zu kontrollieren.

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Das gilt ab Montag: Cafés, Kneipen und Restaurants dürfen in geschlossene Räume nur noch Geimpfte und Genesene einlassen. Nur im Freien können Besucher mit tagesaktuellem Negativtest bewirtet werden. Die neue 2G-Regel gilt auch für den Besuch von Kinos, Theatern, Museen oder Galerien. Wer in geschlossenen Einrichtungen von Zoo, Tierpark oder dem Botanischen Garten will, muss ebenfalls geimpft oder genesen sein. Das gilt auch für Ausflugsfahrten, etwa mit dem Bus oder Schiffstouren auf der Spree.

Wer zum Friseur will, muss ebenfalls geimpft oder genesen sein. dpa

Friseur- und Kosmetikstudios fallen ebenfalls unter die 2G-Regel. Saunen und Thermen fallen ebenfalls unter dieser Vorschrift, genauso wie Sporthallen, Fitness- oder Tanzstudios. Ausnahme sind  körpernahe Dienstleistungen wie medizinische Fußpflege, Ergotherapie oder Behandlungen beim Heilpraktiker. Dort gilt die  2G-Regel nicht, sondern Maskenpflicht.

Die 2G-Regel soll auch für Fußballspiele von Union und Hertha gelten

Ungeimpfte kommen nun auch nicht mehr in Konzerte: Denn bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen (wie schon in den Klubs) gilt generell die 2G-Regel. Ausgenommen sind Lehrveranstaltungen etwa in Hochschulen. Bei Veranstaltungen mit mehr als 2000 Teilnehmern ist die 2G-Regel auch im Freien vorgeschrieben. Das heißt, auch nur Geimpfte und Genesene dürften dann zu Fußballspielen von Hertha und Union ins Stadion. „Davon ist auszugehen“, sagt Union-Sprecher Christian Arbeit.

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Befreit von der gesamten neuen 2G-Regelung, die vorerst bis zum 28. November gelten soll, sind nur Berliner, die unter 18 Jahre alt sind oder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Sie müssen aber einen aktuellen Negativtest vorlegen beziehungsweise zusätzlich ein ärztliches Attest, dass sie nicht geimpft werden können.

Ein Polizist und ein Ordnungsamtsmitarbeiter kontrollieren in Mitte Lokale.  Flächendeckende Überprüfungen der 2G-Regel wird es wegen Personalmangels nicht geben können.  dpa

Bis zu 10.000 Euro Strafe drohen bei Verstößen

Die Strafen sind hoch: Im aktuellen Bußgeldkatalog drohen bei 2G-Verstößen den Veranstaltern oder Inhabern von betroffenen Einrichtungen Geldbußen zwischen 1000 und 10.000 Euro.

Für den Unternehmerverband Berlin-Brandenburg (UVB) ist die Verschärfung der „Kontaktregeln in Richtung 2G der richtige Weg“. „Allerdings müssen dazu auch die Kontrollen deutlich intensiviert und die Beschränkungen flächendeckend durchgesetzt werden“, sagt UVB-Vizechef Alexander Schirp. „Regeln, die nur auf dem Papier stehen, bringen nichts.“

2G: Polizei und Ordnungsämter werden nur stichprobenartig kontrollieren

Genau darin liegt das Problem. Denn schon die Behörden-Kontrollen bei den bisherigen Corona-Maßnahmen verliefen in Berlin recht lax. Die  Berliner konnten etwa so manche Restaurants besuchen, ohne sich registrieren oder einen aktuellen Test- oder Impfnachweis beim Personal vorzeigen zu müssen. Und so ist zu befürchten, dass auch bei der 2G-Regelung die Kontrollen eher mau ausfallen werden.

„Weder unsere Polizei noch die Ordnungsämter der Bezirke können die neue Regelung flächendeckend überprüfen“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Polizeigewerkschaft GdP. „In den Bezirken stapeln sich die Corona-Verstöße, die Abarbeitung wird noch mehrere Monaten dauern, weil weder für den Außen- noch den Innendienst mehr Personal hinzugekommen ist.“ So werde es maximal punktuelle Stichproben geben. In Anbetracht der täglichen anderen Aufgaben der Polizei „sollte kein Politiker auf die Idee kommen, Einsatzhundertschaften in Restaurants oder in Kosmetikstudios schicken zu wollen“, sagt Jendro.

Kein Politiker sollte auf die Idee kommen, Einsatzhundertschaften in Restaurants oder Kosmetikstudios schicken zu wollen.

Benjamin Jendro, Sprecher der Polizeigewerkschaft GdP

Polizei und die Ordnungsämter setzen auf das Verantwortungsbewusstsein der Berliner. So auch der Bezirk Mitte, deren 50 Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes täglich Corona-Kontrollen vor allem im Gastro-Bereich durchführen. Doch die Mitarbeiterzahl reiche nicht, so Bezirkssprecher Christian Zielke. „Für effektive und flächendeckende Kontrollen mehrerer Tausend Einrichtungen im Bezirk Mitte wäre ein Vielfaches nötig“, sagt der Sprecher. „Die Dienstkräfte arbeiten bereits im Zweischicht-System von Montag bis Sonntag.“ Mehr ginge nicht, wenn nicht mehr Personal kommt.

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Es bliebe für Mitte, wie auch für andere Berliner Bezirke nur der Weg, jetzt an die Gäste zu appellieren, etwa „gastronomische Betriebe zu meiden, in denen die Betreiber nicht ordentlich kontrollieren und dieses Fehlverhalten über die Ordnungsamt-Online-App zu melden, sodass dort gezielt kontrolliert werden kann“, sagt Zielke.