Schüler schwimmt mithilfe von Schwimmbrett. Foto. dpa/Sina Schuldt

Wegen der Corona-Pandemie darf seit Monaten in Brandenburg nur noch wenig Schwimmunterricht angeboten werden. Seit Mitte Februar findet er überhaupt nicht mehr statt. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, erhöht das nicht nur die Verluste von Schwimmbadbetreibern, sondern auch die Befürchtung, dass die Zahl der Nichtschwimmer zunimmt. „Die steigenden Zahlen der Nichtschwimmer bereiten uns sehr große Sorgen“, sagte die Geschäftsführerin des Landesschwimmverbands (LSV), Maren Nagel. „Es gibt viele Kinder, die im Schuljahr 2019/20 noch nicht die Schwimmausbildung abgeschlossen hatten, als im März der erste Lockdown eingesetzt wurde.“

Schwimmunterricht war in der Pandemie nur unregelmäßig möglich

Seit dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr und der zweiten Schließung ab November war Schwimmunterricht in Brandenburg nur sehr unregelmäßig möglich. Alle Kinder, die im laufenden Schuljahr schwimmen lernen sollten, hätten durch den zweiten Lockdown auch noch keine Chance gehabt, das Schwimmen zu erlernen, sagte Nagel. „Somit werden wir im Sommer zwei Jahrgänge von Kindern haben, die keine sichere Schwimmer sind. Das ist eine gigantische Anzahl an Kindern.“ Allerdings könne der Verband dazu keine Zahlen nennen, da es keine verlässlichen Erhebungen gebe.

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Negative Auswirkungen werden auch bei den Schwimmern befürchtet. „Kindern, die gerade eben noch Schwimmen lernen konnten, fehlt die Praxis und es besteht die Gefahr, dass sie das Erlernte inzwischen wieder verlernt haben“, sagte die LSV-Geschäftsführerin. Den Kindern und Jugendlichen, die in Vereinen schwimmen, fehle das Schwimmtraining ebenfalls. Weil Meisterschaften ausgefallen seien, sei es für die älteren Sportler sehr schwer, die Motivation zu erhalten. „Darüber hinaus fehlen auch die sozialen Kontakte untereinander“, sagte Nagel. Sie seien für das Vereinsleben und für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen wichtig.

Das Potsdamer Bildungsministerium rechnet nicht mit langfristigen negativen Auswirkungen. „Wie die Schwimmausbildung, insbesondere das Schwimmenlernen, nachgeholt werden kann, wird gegenwärtig wird mit den staatlichen Schulämtern abgestimmt“, sagte Ministeriumssprecherin Antje Grabley. Es bleibe das Ziel der Bildungspolitik des Landes, nach dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen wieder allen Schülern qualitativ hochwertige Schulschwimmangebote entsprechend der Rahmenlehrpläne anzubieten.

Das setzt vor allem voraus, dass private und kommunale Schwimmbadbetreiber ihren Betrieb nach dem Lockdown aufrechterhalten können. „Hier haben wir böse Vorahnungen, dass das nicht überall der Fall sein wird“, sagte Nagel.