Dunkle Wolken über einem Rapsfeld: Die Aussichten bleiben durchwachsen. dpa/Nicolas Armer

Seit Mittwoch ist die Ausgangssperre in Berlin Geschichte, Freilichtkinos öffnen am Donnerstag, Freitag sind Außengastronomie und Freibäder in der Hauptstadt wieder geöffnet. Doch nun das: Gruselige Wetteraussichten bis zum Monatsende, und darüber hinaus durchkreuzen die Öffnungspläne für Biergärten, Openair-Theater und Café-Terrassen. 

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Am Mittwoch kommt Berlin noch mit Wolken und etwas Sonne bei Höchstwerten bis 16 Grad davon. Im Süden Brandenburgs gehen dagegen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bereits Schauer und Gewitter nieder, in deren Umfeld Windböen bis zu 60 km/h wehen. Nachts wird es sehr kühl mit Werten bis zu vier Grad hinab. Zwar soll es am Donnerstag die meiste Zeit über trocken bleiben, aber Regenschirm oder regendichte Zweckkleidung sollte man am Donnerstag auch in der Hauptstadt griffbereit haben: Der DWD erwartet eine dicke Wolkendecke sowie verbreitet Schauer. Südlich und östlich von Berlin drohen wieder örtliche Gewitter mit Windböen. Dort ist laut DWD die Schauerneigung am höchsten. Wieder kommen die Temperaturen nicht über die 16 Grad-Marke hinaus.

Wetterexperte: Wird der ganze Sommer in Berlin und Brandenburg ein Reinfall?

Nach einer relativ milden Nacht mit Tiefstwerten zwischen sieben und zehn Grad erreicht uns Freitag eine Warmfront, allerdings wieder mit Schauern und Gewittern im Gepäck. Mit Glück könnte das Thermometer die 20-Grad-Marke erreichen. Wem ein frischer Wind und gelegentliche Schauer nichts ausmachen, kann sich über außen geöffnete Lokale freuen. Alle anderen werden wohl lieber zuhause bleiben. Und so geht es auch am Sonnabend weiter: Maximal 16 bis 19 Grad, örtlich Schauer und Gewitter, und wieder wehen Windböen, die stürmisch aufbrausen können. Freundliches Biergartenwetter: Bis Monatsende Fehlanzeige, und selbst der Juni, vielleicht sogar der ganze Sommer, könnte ein Reinfall werden, so Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net).

Mit einem durchschnittlichen Sommer rechnet der US-Wetterdienst NOAA, aber diesen werden wir nach etlichen zu warmen Sommern als zu kalt empfinden. Wetterexperte Jung erklärt, zum ersten Mal seit Jahren sehe man bei der Sommerprognose der NOAA keine orangene oder roten Farben über Deutschland, sprich keine positiven Temperaturabweichungen. „Das schließt natürlich nicht aus, dass es auch mal in diesem Sommer die ein oder andere kurze Hitzewelle geben könnte“, schränkt Jung ein, doch in der Summe wird der Sommer wohl unter den Erwartungen bleiben. Und das, nachdem wir gerade einen viel zu kalten Frühling erleben. Deutlich unter den Erwartung werden wohl auch die Niederschläge bleiben: Die NOAA-Experten erwarten trotz bescheidener Temperaturen wieder einen zu trockenen Sommer.

Seit 34 Jahren war ein Frühling nicht mehr so kalt wie 2021

Erst der kälteste April seit 40 Jahren, dann der voraussichtlich kälteste Mai seit 10 Jahren. Zusammengerechnet ergibt sich folgende „Kälte-Quittung“ für den gesamten Frühling 2021: „Dieser hat aktuell eine mittlere Temperatur von 6,5 Grad“, so Jung. Sage und schreibe 34 Jahre müsse man zurückgehen, in das Jahr 1987, um solche Werte wiederzufinden. Damals war der Frühling tatsächlich noch ein kleines Stück kälter, nämlich mit einer Durchschnittstemperatur von 6,1 Grad. Aber war da nicht das recht kalte Jahr 2013? Richtig, damals erreichte der Frühling auch nur 6,7 Grad. Hoffnung auf Wetterbesserung zum Pfingsfest macht Diplom-Meteorologe Jung nicht: „Auch das wird eher eine sehr wechselhafte, kühle und nasse Angelegenheit.“ Sogar ein ausgewachsener Pfingststurm deutet sich an: „Am Samstag nimmt der Wind deutlich zu“, so Jung: Im Norden und Westen drohen demnach teilweise auch im Flachland stürmische Böen bis 70 oder 80 km/h. Schönes Wetter zu den Pfingsttagen bleibt leider Fehlanzeige!