Er ist endlich wieder auf der Bühne: Kabarettist Chin Meyer (62). Christian Schulze

Einst schrieb er Kolumnen im KURIER. Jetzt ist Kabarettist Chin Meyer (62) endlich wieder zurück auf der Bühne, um die Lachmuskeln der Berliner gehörig zu strapazieren. Auch in seiner Paraderolle als Steuereintreiber Sigmund von Treiber: „Denn in Corona-Zeiten hat man in diesem Job keine Pause“, sagt Meyer. „Dank Homeoffice und Lockdown trifft man seine Klientel nun auch wirklich daheim an.“

„Leben im Plus“ heißt das Programm, mit dem Chin Meyer am 26. November in den „Wühlmäusen“ auftreten wird. Und der Kabarettist ist heilfroh, nun wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten, stehen zu dürfen. Denn auch er war wegen der Corona-Maßnahmen in der Vergangenheit von einer langen Bühnen-Zwangspause betroffen. „Dabei gibt es in der Pandemie keine bessere Therapie, als die Leute zum Lachen zu bringen. Schließlich ist Lachen gesund, stärkt die Abwehrkräfte.“

Chin Meyer ist in Berlin auch wieder in seiner Paraderolle als Steuereintreiber zu sehen. Imago

Und so experimentierte Meyer in der Zwangspause mit Online-Auftritten. Doch die Liveauftritte, bei denen man sein Publikum nicht sieht, waren nicht so ganz sein Fall. „Als Kabarettist lebt man von der Reaktion der Zuschauer. Aber wenn man vor einer Kamera steht, und sein Programm ins Leere spricht, merkt man  nicht, ob das Publikum lacht oder nicht“, sagt Meyer.

Kabarettist Chin Meyer: „Bei Corona kann ich aus den Vollen schöpfen“

Jetzt hat er das Publikum wieder vor sich, um ihnen die Vorzüge und die Schattenseiten eines Lebens im Plus mit jeder Menge Humor deutlich zu machen. Als Meyer mit diesem Programm im Frühjahr  2019 in Berlin Premiere feierte, waren noch Migration, Flüchtlinge oder die AfD die gesellschaftlichen Hauptthemen. „Das war zu einer Zeit, als noch keiner die Bedeutung des Wortes Hygieneschutzmaßnahmen im Alltag kannte. Jetzt ist natürlich Corona eines der Hauptthemen, aus dem man als Kabarettist aus den Vollen schöpfen kann.“

Allerdings könnte er, wie wir alle, auf die Pandemie als ein neues Plus in unserem Leben gerne verzichten, so Meyer. „Aber Corona hat auch Vorteile“, sagt er. „Plötzlich fingen die Deutschen an, sich gründlich die Hände zu waschen. Vor der Pandemie war das doch nur etwas für Ärzte und für Weicheier.“

Chin Meyer wirbt in seinem Programm für ein „Leben im Plus“. Markus Nass

Derzeit arbeitet Chin Meyer schon an den Themen für zwei neue Shows. „In der einen geht es um nachhaltige Geldanlagen, also grünes Geld. Die andere heißt ,Dein Lovesong‘, die ich in der nächsten Zeit auf kleinen Berliner Bühnen vor Publikum ausprobieren werde.“ Die Testaufführungen finden am 7. und 9. Dezember in der Schöneberger Kultur-Kneipe „DanTra’s“ (jeweils um 20 Uhr), am 10. Dezember im Zebrano-Theater (Friedrichshain, 19.30 Uhr) und am 12. Dezember im Scheinbar-Varieté (Schöneberg, 20 Uhr) statt.

„Liebe im Plus“ mit Chin Meyer: Die Aufführung beginnt am 26.11. in den Berliner Wühlmäusen um 20.30 Uhr (Einlass: 19.30 Uhr). Es gilt die 2G-Regel. Karten kosten 28,50 Euro.