Polizeiwagen stehen im Park am Gleisdreieck. Dort war es in den letzten Nächten zu Auseinandersetzungen zwischen meist jugendlichen Parkbesuchern und der Polizei gekommen. Foto: dpa/Paul Zinken

Zu Beginn der Feiertage sind in Berlin und Hamburg strenge Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten. Nicht alle wollten sich daran halten: Erneut ist es am Gleisdreieck in Berlin-Kreuzberg zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei war vor Ort am U-Bahnhof Gleisdreieck sowie am Mauerpark in Prenzlauer Berg. Dabei soll es zu Ausschreitungen von bis zu 75 Teenagern gekommen sein. Laut B.Z. fuhren Jugendliche ohne Schutzmasken mit der U-Bahn von einer Station zur nächsten. Die Beamten hätten Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung gefertigt.

Berlins Innensenator Andreas Geisel will auf die Einhaltung der seit Freitag in der Stadt geltenden nächtlichen Kontaktbeschränkungen dringen. „Wir sind jetzt am Wochenende jede Nacht mit drei Hundertschaften der Polizei unterwegs, um dem noch ein bisschen Nachdruck zu verleihen“, sagte der SPD-Politiker am Samstag im RBB Inforadio.

Mauerpark: Jugendliche bewerfen Kamerateam mit Flaschen

Die erste Nacht sei relativ ruhig verlaufen, sagte Geisel. „Es waren zwar in den großen Park einige Menschen unterwegs, aber die Kälte hilft uns an dieser Stelle.“ Im Mauerpark habe es eine Auseinandersetzung gegeben, als Jugendliche mit Flaschen auf ein Kamerateam warfen, das sie filmen wollte. Da sei die Polizei eingeschritten. „Ansonsten waren wieder Hunderte Polizisten unterwegs, haben Menschen angesprochen. Die allermeisten haben vernünftig reagiert.“
Laut Senatsverwaltung waren 700 Kräfte im Einsatz. Zu beobachten war auch ein Hubschrauber, der am Abend längere Zeit über neuralgischen Bereichen der Stadt kreiste.

Seit Donnerstag wurden 285 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten wie mangelnder Abstand oder Mund-/Nasenschutz eröffnet. Bisher seien etwa 10 000 Menschen angesprochen worden. „Das wichtigste Instrument für die Polizei ist das Wort“, sagte Geisel. „Deswegen sind wir unterwegs und sprechen die Menschen an.“
Unmut kann der Innensenator verstehen. „Wir sind alle genervt“, sagte Geisel. „Nach wie vor ist es ist aber so, dass die allermeisten Menschen mit Verständnis reagieren und ich fürchte, wir müssen uns einfach zusammenreißen“, sagte er mit Verweis auf steigende Corona-Zahlen.

Bei Übergriffen wie Stein- oder Flaschenwürfen höre der Spaß auf. „Das hat auch nichts mehr mit Feiern zu tun oder Partylaune.“ Geisel appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen in einem freien Land. „Regeln können wir exemplarisch durch Polizei durchsetzen, wenn jemand Regeln bricht. Aber eigentlich leben wir davon, dass jeder vernünftig genug ist und klug genug ist, sich selber so zu verhalten, dass er sich und andere nicht in Gefahr bringt.“

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Die Hamburger Polizei meldete dagegen aus der Nacht zum Samstag keine nennenswerten Verstöße. In der Hansestadt hätten zahlreiche Beamten das Einhalten der Maßnahmen überprüft, teilte die Polizei am Morgen mit. Allem Anschein nach schien sich die Bevölkerung dort aber in der ersten Nacht nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften weitestgehend regelkonform zu verhalten.

Wegen der Corona-Pandemie sind in Berlin und Hamburg seit Freitagabend nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Die neuen Regeln gelten in Deutschlands größten beiden Städten zwischen 21 und 5 Uhr. In der Hauptstadt dürfen sich Menschen in dieser Zeit nur noch allein oder zu zweit im Freien aufhalten, Hamburger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigem Grund verlassen. Ausnahmen von der bis zum 18. April geltenden Regel gibt es in der Hansestadt beispielsweise für berufliche Tätigkeiten, Gassigehen mit dem Hund und Sport im Freien, allerdings immer nur für eine Person.