Josephin Busch spielt in „Letzte Spur Berlin“ die Ermittlerin Lucy Elbe (rechts). ZDF/Delia Woehlert

Sie wurde als das „Mädchen aus Ostberlin“ im Udo-Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“ bekannt, stand oft auf der Bühne und vor der Kamera – doch seit Ende 2019 spielt Josephin Busch (35) am liebsten die stolze Mama! Da kam ihre Tochter zur Welt, große Freude für die Schauspielerin und ihren Mann David Nádvornik (35). Doch jetzt tauscht Busch wieder den Schnuller gegen die scharfe Waffe: Ab Freitag sind endlich neue Folgen der Krimi-Reihe „Letzte Spur Berlin“ zu sehen.

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„Letzte Spur Berlin“ mit Josephin Busch startet wieder – und DARUM geht es

Busch spielt darin die Kommissarin Lucy Elbe – und gehört zu einem Ermittler-Team, dass sich um Vermisstenfälle kümmert. Für Fans der Serie kommen spannende Zeiten. „Die neue Staffel beginnt ohne Kommissar Alexander von Tal, der einen Außeneinsatz hat. Für ihn kommt ein Kollege zum Team – ein alter Berliner, der sehr witzig ist“, sagt Busch Außerdem gibt es spannende Reibereien im Ermittler-Team – „aber über allem steht immer die Hoffnung, die verschwundenen Menschen zu finden. Den Figuren, auch Lucy, ist es wichtig, dass das klappt. Und das mag ich gern“.

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Seit sieben Jahren schlüpft Josephin Busch in die Rolle der Ermittlerin. Lucy, ihre Figur, ist von der Berufs-Anfängerin zur gestandenen Kommissarin geworden. „Und auch ich merke, dass ich mich in einigen Punkten verändere, dass ich mit ihr gewachsen bin“, sagt Busch. „Mir fiel es am Anfang zum Beispiel schwer, Leute bei gespielten Verhaftungen etwas härter anzufassen. Es kostet Überwindung.“

Inzwischen habe sie mehr Selbstvertrauen gewonnen. Wäre sie trotzdem eine gute Ermittlerin? „Ich glaube, ich habe einen großen Gerechtigkeitssinn. Und ich wäre bestimmt gut in Befragungen und als Spürnase“, verrät Busch. „Aber Gesetze durchsetzen und Festnahmen durchführen, das könnte ich nicht. Da möchte ich lieber singen und tanzen.“

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Das Team der Berliner Vermisstenstelle taucht auch in der neuen Staffel der ZDF-Krimiserie „Letzte Spur Berlin“ in das Leben spurlos verschwundener Menschen ein. ZDF/Oliver Feist

Das klappt in einer Krimi-Serie nur selten, dafür auf der Theaterbühne. Nach „Hinterm Horizont“ wagte sich Busch 2020 wieder auf die Musical-Bühne, übernahm die Rolle der Sally Bowles im Stück „Cabaret“ in Hamburg. Doch dann kam Corona, das Theater schloss, wie alle anderen. „Letzte Spur Berlin“ half, die Zeit zu überstehen. „Ich konnte drehen und arbeiten, deshalb ging das Leben für mich relativ normal weiter“, sagt Busch. „Aber es ist natürlich furchtbar, wenn man miterleben muss, wie Leute im Umfeld Bankrott gehen, wie Theater straucheln und Läden schließen.“

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Auf die kleine Familie hatte die Krise dennoch Auswirkungen. „Wir konnten dadurch sehr viel zusammen sein, aber das mögen wir zum Glück sehr gern“, sagt sie und lacht. „Wir drei können richtig gut aufeinanderhängen!“ Und auch die Auftritte auf der Bühne sind wieder angelaufen. Schön sei es, wenn das Stück momentan auch unter neuen Vorzeichen steht. Denn „Cabaret“ zeigt auch, wie die Welt zum Ende der 20er-Jahre geradewegs in den Krieg schlittert. „Es ist im Moment sehr bewegend, in dem Musical auf der Bühne zu stehen. Man spürt plötzlich, dass sich die Themen wiederholen. Und fragt sich, wie es sein kann, dass die Menschen sich immer wieder bekriegen müssen.“

„Letzte Spur Berlin“ mit Josephin Busch läuft am Freitag um 20.15 Uhr

Es sei schön, dass viele wieder das Bedürfnis haben, ins Theater zu gehen, denn Kultur könne auch verbinden und trösten. „Und ich glaube, dass es auch gut ist, einen Abend zu verbringen, bei dem man sich amüsieren darf. Aber zugleich gezeigt bekommt, an welchem Punkt wir schon einmal waren“, sagt Josephin Busch.

Wer es nicht bis nach Hamburg schafft, um sie im Theater zu besuchen, kann nun aber auch einfach den Fernseher anschalten: Die Ergebnisse der Dreharbeiten zu „Letzte Spur Berlin“ sind ab Freitag im TV zu sehen. Die erste Folge „Große Pläne“ läuft um 21.15 Uhr im ZDF. Übrigens: Auch ihre kleine Tochter kennt den Alltag am Krimi-Set bereits. „Sie war schon mehrfach dabei“, sagt Busch. Nicht ohne Folgen: „Jetzt denkt sie, dass alle Menschen, die im Fernseher zu sehen sind, meine Kollegen sind.“