Dave von Felten (31) findet die Klaas-Skulptur lustig. Foto: Sabine Gudath

Sie sind für ihre recht schrägen Aktionen bekannt – aber auch dafür, dass sie immer wieder den Finger in gesellschaftliche Wunden legen: Die TV-Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Regelmäßig erspielen sie sich in ihrer Fernsehshow „Joko & Klaas gegen Pro.7“ freie Sendezeit, die sie dann für Witziges oder Ernstes nutzen. Am Mittwochabend gab es nun Klamauk: In einer Live-Übertragung wurde am Hauptbahnhof ein Denkmal für Klaas Heufer-Umlauf enthüllt.

Jürgen Krogmann (l.), Oberbürgermeister von Oldenburg, mit Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt bei der Einweihung.  Foto: dpa

Fernsehturm, Brandenburger Tor, Weltzeituhr – zu den Wahrzeichen dieser Stadt ist nun ein neues hinzugekommen. Es steht vor dem Hauptbahnhof, auf einer großen Treppe am Washingtonplatz: ein Denkmal für Klaas Heufer-Umlauf. Wer am ersten Tag nach der Einweihung aber Fan-Trauben erwartet, wird enttäuscht: Nur ab und an verirrt sich ein Passant ans obere Ende der Treppe.

Passanten sind überrascht, dass es das Denkmal von Joko und Klaas wirklich gibt

Die Reaktionen sind immer die gleichen: „Bleibt das jetzt wirklich hier stehen? Das kann man doch gar nicht glauben“, sagt Manuela Vogel. Die Krankenschwester ist an ihrem freien Tag hergekommen, um sich davon zu überzeugen, dass das Standbild eben nicht nur ein Fernseh-Scherz war. „Ich bin überrascht.“ Dave von Felten (31) schießt ein Selfie. Er arbeitet für Pro.7 – und warf, als er von der Aktion erfuhr, einen Blick in die Drehpläne. „Es liegen alle Genehmigungen vor“, verrät er.

Auch der KURIER steckt jetzt tief im Herzen von Klaas Heufer-Umlauf: Reporter Florian Thalmann steckt eine Zeitung in die Lücke. Foto: Sabine Gudath

Regelmäßig treten Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf in einer Spielshow gegen ihren Arbeitgeber Pro.7 an. Wenn sie gewinnen, bekommen sie 15 Minuten Primetime-Sendezeit zur freien Verfügung.

Joko und Klaas sorgen mit ihren Aktionen immer wieder für Wirbel

Erst vor Wochen sorgten sie hier für Aufsehen, weil sie nicht nur 15 Minuten sendeten, sondern nach Absprache mit dem Sender sieben Stunden lang. Gezeigt wurde die Schicht einer Intensivkrankenschwester, die sich eine Kamera um den Hals gehängt hatte. Die Aktion sollte auf den Pflegenotstand hinweisen. 

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Am Dienstag siegten Joko und Klaas nun erneut gegen Pro.7, doch dieses Mal hatte allein Joko Winterscheidt etwas für die 15 Minuten vorbereitet. Er ließ Heufer-Umlauf von einem Chauffeur zum Hauptbahnhof bringen, erwartete ihn hier mit einem Orchester. Das Denkmal wurde feierlich enthüllt, mit all seinen speziellen Details.

Manuela Vogel (41) ist extra zum Gucken vorbeigekommen – und auch ein Selfie muss sein. Foto: Sabine Gudath

In die Sakko-Tasche der Figur ist etwa ein Flaschenöffner integriert, am Hinterteil befindet sich ein Garderobenhaken für Jacken. Und: Dort, wo sich das Herz befindet, klafft bei der Statue ein Loch. „Das ist Deutschlands erste interaktive Skulptur“, erklärte Winterscheidt. Passanten können Mitbringsel in die Lücke legen. Auf einer Plakette am Sockel steht geschrieben: „Klaas Bonifaz Heufer-Umlauf, 1983 – 2058 (geschätzt)“. „Das wird eine Pilgerstätte für dich werden, Klaas. Ich möchte, dass die Menschen hierher kommen.“

Roy Januzeak (51) übernachtete im Hotel nebenan, stattete Klaas vor der Abreise einen Besuch ab. Foto: Sabine Gudath

Manuel Zenker hat sein Büro nebenan, kann ebenfalls nicht glauben, dass das Denkmal wirklich am Platz steht. „Aber ich finde es lustig. Und Kunst im öffentlichen Raum ist sowieso gut. Ob es nun Klaas sein musste, sei mal dahingestellt.“ Sogar ein Streifenwagen der Polizei hält an, mehrere Beamte steigen aus. „Es ist wirklich eine sinnlose Aktion“, sagt einer von ihnen. „Aber dafür sind die beiden bekannt.“ Für Krankenschwester Manuela Vogel hätten beide Entertainer ein Denkmal verdient – für ihre Sendung zum Pflegenotstand.

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Ob das Klaas-Standbild bleibt, ist allerdings unklar. Joko Winterscheidt beteuerte in der Live-Sendung, es sei „gekommen, um zu bleiben“. Auch die Deutsche Bahn gibt an, dass die Statue erst einmal vor Ort bleiben dürfe. „Wir waren in die Vorbereitungen zu dieser Aktion involviert und haben die außergewöhnliche Idee gern unterstützt“, sagte ein Sprecher.