Aus der Tropenhalle ist nach dem Umbau des Alfred-Brehm-Hauses ein prachtvoller Dschungel geworden. Foto: Engelsmann

Endlich hat der Tierpark sein Wahrzeichen wieder. Das Alfred-Brehm-Haus, das stets Anziehungspunkt der Besucher war, und seit über zwei Jahren für etwa 9,6 Millionen Euro saniert wurde. Die Kosten und das Warten haben sich gelohnt. Am Donnerstag wurde das einstige Raubtierhaus wiedereröffnet, das sich nun als südostasiatische Regenwaldwelt präsentiert.

Mit drei Gongschlägen weihte der indonesische Botschafter Arif Havas Oegroseno das Gebäude ein. Seine Anwesenheit bei der feierlichen Eröffnungszeremonie hatte einen guten Grund. Die meisten Tiere, die nun im Alfred-Brehm-Haus zu sehen sind, sind Vertreter der Arten aus den Regenwäldern seines Heimatlandes. Auch die Tempelfiguren, die künftig Besucher auf ihren Weg durch das Regenwaldhaus entdecken werden, stammen aus Indonesien.

In den Außenanlagen kommen Besucher den Tieren sehr nah, wie hier beim Nebelparder.  Foto: Engelsmann

Auf Gitter wurde verzichtet

An der Fassade und den Gängen hat sich im sanierten Alfred-Brehm-Haus kaum etwas verändert. Im Innern werden aber die Modernisierungen sichtbar. Die Käfige, in denen einst Raubkatzen waren, sind verschwunden. Einige wurden zu größeren Anlagen erweitert, statt Gittern wurden Panoramascheiben angebracht. In den dahinter liegenden Dschungellandschaften können sich Java-Leoparden und Nebelparder nach ihren Ausflügen in der Außenanlage ausruhen.

Karolin Huber besichtigte das Alfred-Brehm-Haus, das ihr Vater Heinz Graffunder in den 60er-Jahren entwarf. Foto: Engelsmann

Verändert haben sich die beiden Felsenhallen, wo einst Löwen brüllten und Tiger fauchten. Die Wasserbecken verschwanden, wurden mit Beton aufgefüllt, darauf eine Regenwaldlandschaft gepflanzt. Auch die Balustraden gibt es nicht mehr. So können Besucher nun etwa Sumatra-Tiger, die dort hinter fast drei Meter hohen Glasscheiben herumstreifen, viel näher erleben.

Die neue Felsenhalle: Hautnah können die Besucher dort die Sumatra-Tiger erleben.
Foto: Tierpark Berlin

Die Felsenhallen wurden durch den Umbau dreimal größer, bieten den Tieren mehr Bewegungsraum. Wie den Malaienbären Tina und Johannes, die einst in engen Gehegen am Schloss Friedrichsfelde auf 180 Quadratmetern lebten, und nun auf der einstigen Löwen-Felsenanlage mit etwa 1000 Quadratmetern genug Platz zum Herumtollen und Klettern haben.

In der begehbaren Außenanlage ist Baumkänguru Nunsi zu erleben. Foto: dpa

Zu kleine Gehege, zu viele Tiere: Mit 54 Arten war das 1963 eröffnete Alfred-Brehm-Haus, das damals modernste Tiergebäude der Welt, vollgestopft. „Es entsprach nicht mehr den heutigen Ansprüchen einer modernen Tierhaltung“, sagt Tierpark-Chef Andreas Knieriem. Nun sind sogar 66 Tierarten zu sehen. Aber es sind vor allem kleinere wie Spinnen, Ameisen oder Frösche, und nicht mehr so viele Großkatzen, die einst auf engem Raum in dem Gebäude lebten.

Eine Baumpython gehört zu den neuen Hausbewohnern. Foto: dpa

Über 5000 Pflanzen machen die Tropenhalle zum Dschungel

Der Höhepunkt im Alfred-Brehm-Haus bleibt die Tropenhalle, die mit über 5000 Pflanzen zu einem echten Dschungelparadies für Flughunde, exotischen Vögeln und Krokodilen wurde. Zu den neuen Stars im Haus gehört die vier Meter lange Königskobra Hannibal und das Baumkänguru Nunsi.

Bei der feierlichen Eröffnung durfte Karolin Huber (57) als eine der ersten Gäste das neue Alfred-Brehm-Haus sehen. Sie ist die Tochter des Architekten Heinz Graffunder (1926-1994, Palast der Republik), der das Gebäude entwarf. „Ich bin überrascht, wie schön es geworden ist“, sagt sie dem KURIER. „Ein Haus muss sich verändern und weiterentwickeln. Mein Vater wäre mit dem Umbau zufrieden gewesen.“

Die riesige Felsenanlage, in der einst Löwen brüllten, gehört nun den Malaienbären. Foto: Engelsmann