Petra Mallabar (54) kaufte ihren Kater Balou über das Internet. In der vergangenen Woche starb das Tier. Foto: Berliner KURIER / Sabine Gudath

Vor Wochen berichtete der KURIER über den illegalen Handel mit Katzenbabys – dubiose Händler machen mit ihren Geschäften nicht nur in Berlin immer mehr Profit. Auch die Berlinerin Petra Mallabar fiel auf eine Verkäuferin herein, kaufte über das Internet einen Kater. Später stellte sich heraus: Das Tier war schwer krank. Mallabar päppelte ihren Balou liebevoll auf, trotzdem starb er nun an den Spätfolgen. Die 54-Jährige ist todtraurig – und warnt vor den Tierhändlern.

Weil sie eine Rassekatze wollte, suchte Petra Mallabar vor etwas einem Jahr im Internet nach Tierangeboten, kaufte bei einer Händlerin auf eBay einen Maine-Coon-Kater (KURIER berichtete). Kurze Zeit später kam die Frau vorbei, Balou im Gepäck. Mallabar verliebte sich sofort, zahlte 350 Euro für den Kater. „Mir fiel erst auf, dass etwas nicht stimmte, als sie wieder weg war. Sie hatte das Geld nicht gezählt, einen Kaufvertrag hatte ich auch nicht. Als ich sie anrufen wollte, ging niemand ans Telefon, Tage später war die Nummer tot.“

Plötzlich wurde Balou krank, litt an Durchfall

Balou wurde plötzlich krank, litt unter Durchfall. Beim Tierarzt wurde eine Infektion mit Giardien festgestellt, Parasiten, die sich im Darm von Katzen festsetzen. Lange Behandlungen folgten, rund 1000 Euro Tierarztkosten zahlte Mallabar. Hinzu kam viel Geld für Spezialfutter und Medikamente. Liebevoll kümmerte sie sich um den Kater, päppelte ihn auf. Eine chronische Darmentzündung blieb. „Wenn ein Kind krank ist, gibt man es ja auch nicht einfach weg. Mir tut es einfach leid, dass Tiere so etwas durchmachen müssen – an den Folgen wird der Kater noch sein ganzes Leben leiden.“

Nur Wochen später, nachdem KURIER das Frauchen und den Kater zu Hause besuchte, der Schock: In der vergangenen Woche musste sich Balou übergeben, immer wieder. „Ich fuhr mit ihm zum Tierarzt, dort wurde er zunächst auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse untersucht“, sagt sie. Der Verdacht bestätigte sich nicht – und trotzdem wurde die Lage immer schlimmer. „Er fraß nichts mehr, wollte nichts mehr trinken, wirkte nur noch apathisch“, sagt Mallabar. Ein weiterer Tierarztbesuch, eine Not-OP. „Da stellte die Ärztin fest, dass er einen Darmverschluss hat, eine Folge der Entzündung.“ Ein Stück des Darms wurde entfernt. „Die Nacht verlief dann relativ gut, aber am Morgen starb mein Balou.“

Katze Skylar bleibt allein zurück, sucht in Mallabars Wohnung nach ihrem Spielkameraden. Foto: Berliner KURIER / Sabine Gudath

Mallabar ist todtraurig, weint um ihren geliebten Kater. „Das einzige, was mich tröstet, ist, dass er es bei mir sicher besser hatte als bei den Tierhändlern“, sagt sie. Auch Katze Skylar, Balous Spielkameradin, spürt den Verlust. „Sie läuft den ganzen Tag durch die Wohnung, ist unruhig – sie sucht nach Balou“, sagt Mallabar. Auch finanziell sind die letzten Tage ein herber Schlag: Weitere 1000 Euro Tierarztkosten muss die Katzenbesitzerin für Balous Behandlungen berappen. „Ich will auch nicht alle Tierhändler über einen Kamm scheren, aber man muss wirklich vorsichtig sein, immer zu ihnen nach Hause gehen, sich auch das Muttertier zeigen lassen.“

Lesen Sie dazu auch: Immer mehr Hundebabys leiden Höllenqualen >>

Dazu raten auch Tierschützer. „Kauft man ein Tier aus dubiosen Quellen, kann es passieren, dass das Tier noch zu jung ist oder dass es krank ist, weil notwendige Impfungen oder Entwurmungen nicht durchgeführt wurden“, sagt Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbunds. Und auch der Berliner Stefan Klippstein (36), der seit Jahren die Spur der Tierhändler verfolgt, warnt: „Man sollte generell kein Tier über das Internet kaufen.“ Doch der Handel blüht. Auch Mallabar habe vor Tagen auf einer Kleinanzeigenseite im Netz neue Kätzchen-Angebote gefunden – in einer Anzeige entdeckte sie das Foto einer Frau in einer U-Bahn-Station, auf dem Arm mehrere Katzenbabys, Preis: 120 Euro pro Stück. Man darf bei der Entscheidung nicht auf das Herz hören, auch wenn man sich sofort in das Tier verliebt.“