So soll „Omar“, der mutmaßliche Paketbomber, aussehen. Für seine Ergreifung hat die Staatsanwaltschaft nun eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Foto: Polizei

Der von der Brandenburger Polizei gesuchte Paketbomber hat endlich ein Gesicht, wenn auch eines, das durch eine Mund-Nasen-Maske teilweise verdeckt ist. Mit einem Foto aus einer Überwachungskamera hoffen die Fahnder nun, dem berüchtigten DHL-Erpresser auf die Spur zu kommen. Und diese Spur führt nach Berlin. Dort wurde der mutmaßliche Täter gefilmt. Das Foto stammt von dem Bitcoin-Geldautomaten eines Spätis in Friedrichshain. Aufgenommen wurde es am 22. Oktober vorigen Jahres, gegen 18.45 Uhr.

Der mutmaßliche Paketbomber soll sich selbst als „Omar“ bezeichnet haben.

Der mutmaßliche Paketbomber soll sich in an DHL gerichteten Mails selbst als „Omar“ bezeichnet haben. So hatte es einst die Bild-Zeitung berichtet. Die Pakete, die „Omar“ verschickte, sollen durchaus geeignet gewesen sein, Menschenleben zu gefährden. Anfang November 2017 war eine erste explosive Sendung im Postzentrum Frankfurt (Oder) eingegangen. Beim Öffnen fing das Päckchen Feuer und brannte mitsamt Erpresserschreiben ab. Einen Monat später erhielt eine Apotheke in der Potsdamer Innenstadt ein verdächtiges Paket. Weil ihm die Sendung beim Öffnen verdächtig vorkam, alarmierte der Apotheker die Polizei. Die Beamten evakuierten die Umgebung, auch den nahen Weihnachtsmarkt. Das Paket wurde gesprengt.

Potsdamer Apotheke erhielt präparierten Sprengsatz

Die Sendung enthielt einen mit Nägeln präparieren Sprengsatz und einen QR-Code, der jedoch durch die Sprengung zerfetzt worden war. Experten konnten den QR-Code wieder lesbar machen, der die Fahnder zu dem digitalen, in dem Code hinterlegten Erpresserbrief führte. Der Unbekannte forderte darin zwölf Millionen Euro in der Kryptowährung Bitcoin. Die Soko Quer wurde gebildet. Doch sie kam auch nach den nächsten offenbar von „Omar“ geschickten Paketen an eine Berliner Bankfiliale in Steglitz und an die Berliner Handwerkskammer in Kreuzberg nicht weiter. Im Januar 2019 konnte die Ermittler den E-Mail-Verkehr des Erpressers zurückverfolgen, sie stießen dabei auf ein Handy der Marke Motorola.

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Doch erst mit dem nun veröffentlichten Foto von „Omar“ von der Überwachungskamera des Bitcoin-Automaten hoffen die Ermittler auf einen Fahndungserfolg. Der unbekannte Mann ist laut Polizei 1,80 bis 1,85 Meter groß. Er trug an jenem Tag eine rote Mund-Nasen-Maske, ein helles Kapuzenshirt und ein dunkles Basecap. Gegen ihn ermittelt die Polizei wegen des Verdachts, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt zu haben, zudem wegen schwerer räuberischer Erpressung zum Nachteil des Paketdienstleisters DHL.

Für Angaben, die zu „Omars“ Identifizierung und Ergreifung führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.