Schauspieler Jan Josef Liefers schilderte einen  Einsatz auf der Intensivstation dpa

Mit teils drastischen Worten hat Jan Josef Liefers von seinem Einsatz auf einer Corona-Intensivstation berichtet. „Alle Covid-Patienten hier auf Intensiv waren schwer erkrankt, dem Tod näher als dem Leben.

„Nun ist es schon zwei Wochen her, dass ich meinen Wecker auf 4:45 Uhr morgens stellte und eine Frühschicht lang als „Praktikant“ auf einer Intensivstation antrat“, schreibt Liefers. 

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Sieben Patienten hätten an dem Tag mit Covid-Pneumonie dort gelegen. „Alle im künstlichen Schlaf, alle intubiert und maschinell beatmet, alle zusätzlich an der ECMO, einem Gerät, das unter Umgehung der zerstörten Lungenfunktion das Blut der Patienten direkt mit Sauerstoff anreichert und wieder in den Körper zurückpumpt. Die ECMO ist das Ende der Stange, wenn nicht bald eine Verbesserung eintritt, rückt ein Ableben in greifbare Nähe.“

Alle jung, alle ungeimpft

Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft“, schrieb der 57 Jahre alte „Tatort“-Star in einem „Bild“-Gastbeitrag weiter. „Auch die beiden hochschwangeren Frauen, deren Kinder per Not-OP geholt wurden und leben, während die Mütter es nicht geschafft haben, wie ich inzwischen weiß.“

Liefers hatte sich im Frühjahr an der Aktion #allesdichtmachen beteiligt, bei der Dutzende Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Coronapolitik in Deutschland kommentiert hatten.

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Nach Kritik kündigte Liefers an, sich bei der Gegenaktion #allemalneschichtmachen angemeldet zu haben. Die Medizin-Bloggerin „Doc Caro“ hatte die Schauspieler aufgerufen, für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Praktikum: „Übergewicht war optisch die auffälligste und immer wiederkehrende Vorerkrankung der Covid-Patienten hier.“

Aber warum es  manche derart hart erwische, andere wiederum nicht, sei unklar. 

Jeder muss selber wissen, ob er sich impfen lässt

Liefers, selber geimpft, will aber keinen expliziten Impfaufruf starten. „Ich hatte nie Angst vor Corona, aber auch nie vor einer Impfung. Wenn jemand mir Angst machen will, komme ich in Bewegung und erkundige mich genauer“, schreibt er. Nach Recherchen habe er sich zu einer Impfung mit einem mRNA-Vakzin entschlossen. 

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„Ist das nun doch ein Impfaufruf? Tja, was soll ich sagen? Ich befürworte die Impfung Erwachsener, absolut klarer Fall. Aber ich gebe keine medizinischen Ratschläge, ich erzähle hier nur meine Geschichte. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst“, so Liefers in dem Beitrag. Wenn er aber an seinen Tag auf Intensiv zurückdenke, wisse er jedenfalls für sich, dass er keinen Fehler gemacht habe.