Das Falkenhagener Feld in Spandau: Hier gibt es viele Wohnungen von Vonovia und der Deutsche Wohnen. Sabine Gudath

Der Deal ist sogar in der Landesregierung umstritten. Dennoch:  Der Berliner Senat ist mit seinen Plänen, gut 14.000 Wohnungen von den Immobilienkonzernen Deutsche Wohnen und Vonovia zu kaufen, einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die Aufsichtsgremien der landeseigenen Wohnungsgesellschaften Degewo und Howoge haben am Montag ihre Zustimmung gegeben, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen mitteilte. Zuvor hatte es bereits grünes Licht von der Berlinovo gegeben.

Die drei Gesellschaften kaufen die Wohnungen und finanzieren das mit Krediten. Der Kauf soll Ende der Woche notariell beurkundet werden. „Der geplante Wohnungsankauf ist fast am Ziel“, kommentierte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) die Entwicklung. „Nachdem der Aufsichtsrat der Berlinovo bereits vergangene Woche dem Kauf von gut 4000 Wohnungen zugestimmt hatte, gaben heute die Aufsichtsräte der Howoge und Degewo für mehr als 10 000 Wohnungen grünes Licht.“

Wohnungen sollen in Spandau und Kreuzberg-Friedrichshain liegen 

Damit seien alle rechtlichen Voraussetzungen für die notarielle Beurkundung erfüllt. Details wie Lage und Zustand der Wohnungen sind öffentlich noch nicht bekannt. Laut RBB-Informationen sollen die meisten Wohnungen, die zum Verkauf stehen, in Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln, Reinickendorf und Friedrichshain-Kreuzberg liegen. Dem Vernehmen nach kosten sie zusammen 2,4 Milliarden Euro.

Die Linkspartei und die Grünen zeigen sich von dem Deal wenig begeistert. Sie kritisieren die SPD, dass der Wohnungskauf ohne Zustimmung des Abgeordnetenhauses geschieht. Dazu wird kritisiert, dass die landeseigenen  Wohnungsbaugesellschaften die Ankäufe über Kredite finanzieren müssen..

Der umstrittene Wohnungsdeal gilt als größter dieser Art seit langem. Der Senat will angesichts von Wohnungsknappheit und gestiegenen Mieten in Berlin möglichst viele Wohnungen wieder in staatlichen Besitz zurückholen. Derzeit bewirtschaften die kommunalen Gesellschaften rund 340 000 Wohnungen, ein Fünftel der rund 1,67 Millionen Mietwohnungen in Berlin.

Die Deutsche Wohnen ist mit rund 114.000 Wohnungen Berlins größer privater Vermieter. Parallel zur Abgeordnetenhauswahl am 26. September stimmen die Berlinerinnen und Berliner bei einem Volksentscheid darüber ab, ob große Wohnungskonzerne wie Deutsche Wohnen gegen Entschädigung enteignet werden sollen.