Panda-Mama Meng Meng und ihre Zwillinge Pit und Paule: Auch die Stars des Berliner Zoos schafften es nicht, dass in der Pandemie mehr Besucher kamen.  Zoo Berlin

Endlich soll der Zoo die Corona-Hilfe vom Land Berlin bekommen. Nach langem Zögern stimmte der Hauptausschuss im Abgeordnetenhaus am Mittwoch zu, dass der älteste deutsche Tiergarten 16,5 Millionen Euro erhält, damit dieser die durch die Pandemie entstandenen Einnahmeverluste abfedern kann. Doch die Abgeordneten der Koalition stellen Forderungen. Sie wollen im Gegenzug einen Sitz im Zoo-Aufsichtsrat.

Das wurde in der Koalitionsrunde festgelegt, die vor der Ausschusssitzung tagte. Der Grund: Die Abgeordneten wollen zwar dem Zoo und dessen Tierpark-Tochter in der Krise helfen. Aber man könne die Millionen nicht so einfach zahlen, weil man gerade das Geld im Etat habe, hieß es.

Mit Zoo-Aufsichtsratschef Frank Bruckmann sollen jetzt Gespräche geführt werden, damit das Land Berlin wieder im Aufsichtsrat sitzt.  Zoo Berlin

Daher fassten die Abgeordneten von SPD, Grünen und Linken einen Begleitbeschluss für die Corona-Hilfe an den Zoo, der ebenfalls beschlossen wurde. Darin heißt es: Die Finanzverwaltung wird Gespräche mit dem Aufsichtsrat aufnehmen, „mit dem Ziel, dem Land Berlin künftig einen dauerhaften Sitz im Aufsichtsrat zu gewährleisten“. Begründet wurde dies damit, dass man so künftig besser über die Finanzsituation des Zoos informiert sei. Die CDU stimmte dagegen.

Denn mit diesem Schritt startet die Koalition im Hauptausschuss den Versuch, durch die Hintertür einen von zwei Aufsichtsratssitze zurückholen, die das Land Berlin noch vor neun Jahren hatte. Aber auch nur, weil damals der Senat dem Zoo Zuwendungen für den laufenden Geschäftsbetrieb zahlte. Als 2012 diese eingestellt wurden, verlor damit das Land Berlin auch seine Aufsichtsratssitze.

Die zweite Forderung für die Corona-Hilfe an den Zoo: Die Abgeordneten erwarten, „dass Erhöhungen der Ermäßigungs- und Familientarife der Zoo AG in Abstimmung mit dem Senat erfolgen“, heißt es in dem Begleitbeschluss. Dem Vernehmen nach wolle der Zoo darauf eingehen.

Zoo-Chef Andreas Knieriem muss wegen der Corona-Krise auch in diesem Jahr mit hohen Einnahmeverluste rechnen.  Volkmar Otto

Die Ticketpreise hatte Hauptausschuss-Mitglied Sebastian Schlüsselburg Linke) ins Spiel gebracht. „Wir freuen uns, dass wir mit dieser Einmalzahlung Tierpark und Zoo bei der Bewältigung der aktuellen finanziellen Schwierigkeiten helfen können“, sagt er. „Gleichzeitig war uns wichtig, dass sich Senat und Zoo AG zukünftig vor etwaigen Eintrittspreiserhöhungen darüber abstimmen. Ein Besuch in Tierpark und Zoo muss auch künftig für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar sein.“

Wegen drastisch zurückgegangenen Besucherzahlen in der Pandemie drohen dem Zoo für 2020 und 2021 Einnahmeverluste von 24 Millionen Euro. Anfang August  bat die Finanzverwaltung daher den Hauptausschuss, einer einmaligen Überweisung von 16,5 Millionen Euro an den Zoo zuzustimmen.

Im Gegenzug will dieser einen alten Vertrag beenden, der dem Zoo auf Grund eines Flächenaustausches mit dem Land Berlin auf unbegrenzte Zeit jährliche Ausgleichzahlungen von etwa 400.000 Euro sichert. Zweimal wurde die Zustimmung im Hauptausschuss vertagt, da Abgeordnete sich gegen diesen Deal aussprachen.