Wer einen Test brauchte, konnte bisher ohne Probleme einen kostenlosen Bürgertest bekommen. Das soll sich nun ändern. dpa/Kira Hofmann

Wer den Verdacht hat, dass er sich mit Corona infiziert haben könnte, oder vor einem Treffen mit Freunden oder Familie wissen will, ob er wirklich negativ ist, geht ins Corona-Testzentrum. Hier wird ein Abstrich gemacht – und innerhalb kurzer Zeit gibt’s das Ergebnis, das zumindest einen kleinen Teil Sicherheit in den Alltag bringt. Doch damit soll nun Schluss sein: Die kostenlosen Bürgertests gibt es bisher nur bis Ende Juni. Obwohl die Infektionszahlen wieder steigen.

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Doch an der Tatsache, dass die Tests bald nicht mehr für jeden kostenlos sind, soll sich so schnell nichts ändern. Nach dem Willen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach soll der Zugang zu den Gratis-Tests deutlich eingeschränkt werden. Dies geht aus der „Corona-Herbststrategie“ des Ministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

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Corona-Tests gibt's bald nur noch für Menschen mit Symptomen

Nur noch Patienten mit Symptomen sollen dafür in Frage kommen sowie andere ausgewählte Personengruppen wie Kleinkinder und Schwangere. Einfach nur testen, um „auf Nummer sicher“ zu gehen – das geht dann nicht mehr. In dem Papier, über das zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete, werden weitere Gruppen genannt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will den Zugang zu kostenlosen Tests deutlich einschränken. dpa/Michael Kappeler

So sollen die Tests bei Präventivtestungen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern kostenlos sein, außerdem für Personen mit „erhöhter Kontaktexposition“ – also etwa vor Großveranstaltungen. Auch Menschen mit einer „Kontraindikation zur Impfung“ und Geflüchtete aus der Ukraine sollen weiterhin eine Chance auf kostenlose Bürgertests haben.

Testzentren sollen weniger Geld pro Schnelltest und PCR-Test bekommen

Die Test-Infrastruktur solle zwar bestehen bleiben. Der Bund wolle den Testzentren künftig aber weniger Geld pro Antigen-Schnelltest und PCR-Test zahlen. „Die Gesamtkosten sollen um etwa die Hälfte reduziert werden“, heißt es in dem Strategiepapier laut einem Bericht des RND.

An dem Vorgehen gibt es aber Kritik. „Die kostenlosen Bürgertests sind ein erstes Frühwarnsystem, die Finanzierung über den 30. Juni hinaus sollte daher dringend durch den Bund weiter sichergestellt werden“, sagte etwa Reinhard Sager, der Präsident des Deutschen Landkreistages, dem RND.

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Zuletzt war aus den Ländern der Druck auf den Bund gewachsen, schnell eine Rechtsgrundlage für weitergehende Schutzvorgaben bei einer neuen Corona-Welle im Herbst zu schaffen. Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen forderten vor zweitägigen Beratungen der Gesundheitsminister ab diesem Mittwoch, noch vor der Sommerpause eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorzulegen. Die Infektionszahlen sind zuletzt wieder gestiegen.