Die Angeklagten während des Prozesses im Gerichtssaal im Berliner Kammergericht.
Die Angeklagten während des Prozesses im Gerichtssaal im Berliner Kammergericht. dpa/Marion van der Kraats

Sie unterstützen den IS-Terror und verkehrten in der gleichen Moschee, in der auch der Attentäter des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidtplatz verkehrte. Nun wurden fünf Angeklagte in Berlin wegen der Unterstützung von Terrororganisationen im Ausland zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Nach Überzeugung des Kammergerichts waren die 36 bis 52 Jahre alten Männer 2013 und 2014 in der Salafisten-Szene in Berlin aktiv. Sie unterstützten den bewaffneten Kampf der in Syrien operierenden Terrororganisation Dschunud al-Scham und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Freiheitsstrafen für Terrorunterstützer gegen Geständnisse

Das Gericht verhängte am Dienstag Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren sowie einem Jahr und vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die nicht vorbestraften Angeklagten - vier Türken und ein Deutscher - hatten zuvor Geständnisse abgelegt.

Der Moscheeverein Fussilet 33 wurde inzwischen von den Behörden geschlossen. In der Moschee hatte auch der Terrorist Anis Amri verkehrt.
Der Moscheeverein Fussilet 33 wurde inzwischen von den Behörden geschlossen. In der Moschee hatte auch der Terrorist Anis Amri verkehrt. Imago/IPON

Dem noch nicht rechtskräftigen Urteil waren Gespräche zwischen den Prozessbeteiligten vorausgegangen. Das Gericht hatte bei einem Geständnis eine Verständigung in Aussicht gestellt, die das Verfahren beschleunigen und die Strafe reduzieren könnte.

Einige Angeklagte gründeten mittlerweile verbotene Terror-Moschee mit

Die Männer waren teils Gründungsmitglieder oder Funktionsträger des inzwischen verbotenen Moscheevereins „Fussilet 33“. Die Gebetsräume dort galten als Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten. Den Verein hatte auch der islamistische Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, regelmäßig besucht. Der islamistische Terrorist war am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gefahren. 13 Menschen starben infolge des Anschlags, mehr als 100 wurden verletzt.

Den früheren Vorsitzenden des Moscheevereins hatte das Kammergericht 2017 zu sechs Jahren Gefängnis wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland verurteilt. Er sei eine Schlüsselfigur der islamistischen Szene Berlins gewesen, hieß es damals. Ebenfalls sechs Jahre Haft erhielt der Kassenwart im Verein.