Die Sonne wird sich auch an den kommenden Tagen zeigen. Foto: dpa/Paul Zinken

Hinter Berlin liegen die ersten warmen Tages des Jahres – sie waren sogar zu warm für diese Jahreszeit, fast eine Hitzewelle im Wintermonat Februar. Doch am Freitag soll die Anzeige auf dem Thermometer wieder etwas fallen, es wird kühler. Bedeutet das, dass der Winter noch einmal zurückkommt? Wetter-Experten warnen außerdem vor einem irren Phänomen: Am Freitag soll es Blutregen geben!

Regen spült den Sahara-Staub aus der Atmosphäre

Grund dafür ist die Staubwolke aus der Sahara, die in den vergangenen Tagen über einen Luftstrom von Afrika über Spanien und Frankreich nach Deutschland transportiert wurde. Sie hüllte Teile des Landes ein, sorgte für einen trüben Himmel und milchig aussehende Sonnenaufgänge am Morgen. Nun soll der Staub aus der Atmosphäre verschwinden – und das wird voraussichtlich am Freitag passieren. Er werde „durch etwas Regen aus der Atmosphäre ausgewaschen, dabei kann es zu Blutregen kommen“, sagt Wetter-Experte Dominik Jung von wetter.net. „So nennt man es, wenn der bräunliche Sand durch Niederschläge auf die Erde fällt.“

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Lange bleibe der Sahara-Staub aber nicht verschwunden: Schon Mitte nächster Woche soll die warme Südwestströmung erneut Sand- und Staubkörnchen nach Deutschland tragen. Aber nun wird es erst einmal kühl – am Freitag maximal 17 Grad, am Sonnabend nur noch maximal 12 Grad, am Sontag ebenfalls.

In diesem Video erklärt Dominik Jung das Wetter.

Video: Youtube

Über das gesamte Wochenende gibt es einen Mix aus Sonne und Wolken, nur am Freitag eine Wetterfront, die Regen bringen kann. In der kommenden Woche soll es dann bis maximal 17 Grad am Dienstag geben. Am kommenden Sonnabend könne man in Hochlagen sogar wieder mit Schneeregen und Schneeflocken rechnen, prognostiziert wetter.net.

Der Winter hat auch im März vermutlich keine Chance mehr

Trotzdem sei der Winter relativ chancenlos. „Die Wärme der vergangenen Tage hat die Kälte aus der Monatsmitte pulverisiert“, sagt Jung. „Man muss sich mal vor Augen halten, dass der Februar bis zur Monatsmitte fast 3 Grad kälter als das Klimamittel gewesen ist und nun hat es dieser extreme Wärme geschafft den Monat komplett ins Gegenteil zu drehen.“

Der Wandel – es gab in Deutschland beim Umstieg von der Bibber-Kälte auf den Frühling vereinzelt Temperaturumstiege von mehr als 40 Grad – überraschte sogar Experten. Die warmen Temperaturen sorgen demnach auch dafür, dass der Winter als mild in die Bilanz eingehen wird.

Jung: „Am Ende wird der Monat 1,2 bis 1,7 Grad zu warm enden. In der reinen Klimastatistik fällt damit die extreme Kältewoche mit viel Schnee gar nicht mehr auf. Die geht einfach unter.“ Auch die ersten Märztage sehen wohl nicht mehr wirklich winterlich aus. „Wirklich viel scheint vom Mildwinter 2020/21 nicht mehr zu kommen“, sagt Jung.