Eine Politesse verteilt Strafzettel. Doch einen Mann in Berlin traf jetzt eine Hammer-Strafe wegen Falschparkens. Ihm wurde der Führerschein entzogen.
Eine Politesse verteilt Strafzettel. Doch einen Mann in Berlin traf jetzt eine Hammer-Strafe wegen Falschparkens. Ihm wurde der Führerschein entzogen. imago/photothek

Hand aufs Herz: Haben Sie auch schon mal falsch geparkt? Unwissentlich oder vielleicht sogar mit Absicht, weil Sie in Eile waren? Dann dürfte diese Hammerstrafe Sie beim nächsten Mal vielleicht zum Umdenken bewegen. In Berlin wurde einem Mann nun sein Führerschein weggenommen – wegen falschen Parkens. Lesen Sie mal, was für eine irre Geschichte dahintersteckt – und was Sie sonst rund ums Thema Falschparken wissen müssen.

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Was ist der Unterschied zwischen Halten und Parken?

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen „Halten“ und „Parken“. Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt. Das Halten wiederum wird in den Verwaltungsvorschriften zur StVO definiert als „eine gewollte Fahrtunterbrechung, die nicht durch die Verkehrslage oder eine Anordnung veranlasst ist“. Wo nicht gehalten werden darf, ist automatisch auch das Parken verboten.

Halte- und Parkverbote werden klassischerweise durch die Verkehrszeichen 286 (eingeschränktes Haltverbot) und 283 (absolutes Haltverbot) gekennzeichnet. Aber auch das Andreaskreuz an Bahnübergängen spricht ein Parkverbot aus, zumindest fünf Meter davor und danach innerorts und 50 Meter außerorts. Vor einem Stoppschild, einem Vorfahrt-gewähren-Schild oder einer Ampel darf ebenfalls nicht geparkt werden, falls diese dadurch verdeckt werden.

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Welche Strafen gelten, wenn man falsch parkt?

Wer ein Parkverbot missachtet, muss mit mindestens 10 Euro Verwarnungsgeld rechnen. Parkt oder hält man in zweiter Reihe, werden mindestens 55 Euro fällig. Wenn dadurch andere Verkehrsteilnehmer behindert werden, wird es noch mal teurer und ein Punkt in Flensburg kommt dazu. Gleiches gilt beim Parken auf Geh- und Radwegen und beim Zuparken von Feuerwehreinfahrten, wenn ein Rettungsfahrzeug im Einsatz behindert wird. Beim Parken auf Behindertenparkplätzen fallen ebenfalls 55 Euro Verwarnungsgeld an und auch das Abschleppen von Falschparkern ist zulässig.

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Besondere Regeln gelten auch in Kurven: Wer im Bereich einer engen oder unübersichtlichen Straßenstelle oder einer scharfen Kurve parkt, zahlt 35 Euro. Wenn dadurch jemand behindert wird oder man länger als eine Stunde parkt, werden 55 Euro Bußgeld fällig. Wird ein Rettungsfahrzeug im Einsatz behindert, sind es sogar 100 Euro, ein Punkt und ein Monat Fahrverbot.

Ein Falschparker blockiert einen Radfahrweg! Wer immer wieder falsch parkt, dem droht der Entzug des Führerscheins.
Ein Falschparker blockiert einen Radfahrweg! Wer immer wieder falsch parkt, dem droht der Entzug des Führerscheins. imago images/Andreas Gora

Kann man wegen Falschparkens den Führerschein verlieren?

Kann man! Ein Autofahrer, der innerhalb eines Jahres mehr als 150 Parkverstöße begeht, ist zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet und ihm kann die Fahrerlaubnis entzogen werden. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin in seinem Urteil (Az. VG 4 K 456/21).

Laut Gericht erfuhr das Amt im Juli 2021, dass gegen den Mann innerhalb eines Jahres 174 Verfahren wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten geführt wurden. Darunter waren 159 Parkverstöße und 15 Geschwindigkeitsüberschreitungen.

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Die Behörde ging von mangelnder Eignung des Klägers zum Autofahren aus und nahm ihm den Führerschein weg. Zu Recht, wie das Gericht jetzt befand. Zwar hätten Bagatellverstöße im Straßenverkehr bei der Prüfung der Fahreignung grundsätzlich außer Betracht zu bleiben. Anders sei dies aber, wenn ein Kraftfahrer „offensichtlich nicht willens“ sei, im Interesse eines geordneten Verkehrs bestimmte Vorschriften zu beachten. Hier begründe bereits die Anzahl der Verstöße, die nahezu ausnahmslos im Wohnumfeld begangen worden seien, Zweifel an der Eignung des Klägers.