Auf der Baustelle an der ehemaligen Friedenthaler Schleuse in Oranienburg werden zwei entschärfte Weltkriegsbomben in einen LKW verladen. Für die Entschärfung wurde ein Sperrbereich mit einem Radius von 1000 Metern rund um den Fundort der beiden Bomben errichtet, 2800 Personen wurden evakuiert.
Auf der Baustelle an der ehemaligen Friedenthaler Schleuse in Oranienburg werden zwei entschärfte Weltkriegsbomben in einen LKW verladen. Für die Entschärfung wurde ein Sperrbereich mit einem Radius von 1000 Metern rund um den Fundort der beiden Bomben errichtet, 2800 Personen wurden evakuiert. dpa/Christophe Gateau

Es war eine der aufwendigsten Entschärfungs-Aktionen in der Region: zwei Bomben mussten am Mittwoch in Oranienburg entschärft werden – an sich ein Routine-Einsatz. Mehr als 200 Mal waren die Bomben-Entschärfer in Oranienburg schon im Einsatz. Nach fünf Stunden war auch am Mittwoch die Gefahr gebannt. Diesmal war das Vorgehen aber alles andere als gewöhnlich – und erforderte enorme Vorbereitungen.

Zwei Weltkriegsbomben sind am Mittwoch in Oranienburg nördlich von Berlin nach aufwendigen und Millionen teuren Vorarbeiten entschärft worden. Das Manöver galt wegen der Fundorte in große Tiefe und teils im Wasser als schwierig. Ein Team aus neun Entschärfern konnte nach etwa fünf Stunden Entwarnung geben, wie die Stadt mitteilte. Der Sperrkreis wurde am Nachmittag per Sirenensignal aufgehoben. Rund 2800 Bewohner konnten wieder nach Hause.

Bei den Blindgängern handelte es sich laut Stadt um die 218. und 219. Bombe, die seit der Wende in Oranienburg beseitigt werden mussten. Die Stadt ist wegen starker Bombardierung im Zweiten Weltkrieg besonders mit alten Kampfmitteln belastet. Dort gab es eine starke Rüstungsindustrie.

Erst musste ein Teil der Havel zugeschüttet werden, bevor die Bombenentschärfer mit der Arbeit beginnen konnten

Der Fundort der Bomben an der ehemaligen Friedenthaler Schleuse glich am Mittwoch einer matschigen Baustelle. Zwei Schächte gingen in die Tiefe. Die Vorarbeiten in den vergangenen Monaten waren anspruchsvoll: Ein Teil der Havel habe zugeschüttet werden müssen, um überhaupt die Spundwandkästen rund um die Bomben errichten zu können, teilte die Stadt mit. Viel Grundwasser habe abgepumpt werden müssen. Die Bomben lagen in etwa acht und zehn Metern Tiefe.

Die Maßnahme inklusive der Suche kostete nach Angaben der Stadt bislang 3,3 Millionen Euro. Hinzu kämen die weiteren Kosten für die eigentliche Entschärfung. Die beiden Blindgänger sollten nach der Entschärfung zum Sprengplatz Wünsdorf (Kreis Teltow-Fläming) kommen.