Frankfurt an der Oder: Hier sind sämtliche Intensivbetten belegt. dpa

Es ist genau das Szenario, vor dem alle Experten seit Wochen gewarnt haben: 42 Landkreise haben am Donnerstag gemeldet, dass nicht ein einziges Intensivbett in ihrem Gebiet verfügbar ist. Die meisten davon liegen in Süddeutschland. In mehreren Brandenburger Landkreisen sind die Intensivbetten bereits knapp geworden, doch das Klinikum Cottbus hat es bislang geschafft, trotz massiver Auslastung durch Verlegungen die Versorgung schwer kranker Patienten sicherzustellen.

Dort hat eine gefälschte WhatsApp-Nachricht für Verärgerung gesorgt, der zufolge die Intensivstation kaum belegt sei und viele Pflegekräfte gekündigt hätten. Bei „Stern TV“ zeigte die Stationsleitung, dass die Intensivstation am Limit arbeitet. Das Carl-Thiem-Klinikum hat Strafanzeige gegen diejenigen gestellt, die die Falschnachricht in Umlauf gebracht haben.

Sämtliche Intensivbetten belegt – noch dramatischer ist die Corona-Not hinter der polnischen Grenze 

Am Donnerstag nun meldet der Landkreis Frankfurt (Oder), dass in den dortigen Krankenhäusern kein einziger Intensivpatient mehr untergebracht werden kann! Die Grenzstadt mit rund 58.000 Einwohnern verfügt gerade einmal über 14 Intensivbetten. Acht davon sind mit Covid-Patienten belegt, einer davon wird künstlich beatmet. Jenseits der Grenze sieht die Situation noch dramatischer aus: Rettungskräfte berichten davon, dass Krankenwagen mit Covid-Kranken in Schlangen vor der Notaufnahme warten und dann doch fortgeschickt würden.

In ganz Brandenburg sind sämtliche Intensivstationen inzwischen zu mehr als 27 Prozent mit Covid-Patienten belegt. Entgegen dem Bundestrend ist die Inzidenz nicht zurückgegangen, sondern sogar noch einmal gestiegen und erreicht nun 586,7! Besonders dramatisch bleibt die Situation in Cottbus mit einer Inzidenz von 1224. 22 Menschen sind innerhalb von 24 Stunden in Brandenburg an Covid gestorben. Zum Vergleich: In Berlin waren es sechs Corona-Tote. Hier liegt die Inzidenz nunmehr bei 288,1.

Nur Sachsen hat noch eine schlechtere Impfquote als Brandenburg

Besonders niedrig ist sie in Steglitz-Zehlendorf mit 176,4, am höchsten in Marzahn-Hellersdorf mit 396,2. Was Berlin und das Umland ebenfalls unterscheidet: Als vollständig geimpft gelten in der Hauptstadt 71,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. In Brandenburg sind es nur 63,3 Prozent, noch weniger als in Thüringen. Nur Sachsen liegt beim Impfen noch hinter Brandenburg.