Mückenstiche sind nicht immer harmlos. Mücken können tückische Krankheiten übertragen.  Imago 

Das dritte Jahr in Folge sind in Deutschland Fälle des durch Mücken übertragenen West-Nil-Virus gemeldet worden. Im August wurden erstmals in diesem Jahr Infektionen mit dem Virus in Berlin diagnostiziert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Bereits seit Juli wurden in einigen der auch schon in den Vorjahren betroffenen Regionen in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen infizierte Vögel und Pferde gemeldet.

Das RKI rechnet in den kommenden Wochen mit weiteren Infektionen vor allem in den betroffenen Gebieten in Ostdeutschland „und vielleicht auch in neuen Gebieten“. Die Infektionsgefahr sinkt aber durch das Ende der Mückensaison.

West-Nil-Virus wird durch Mücken übertragen 

In den vergangenen beiden Jahren wurden erstmals Infektionen mit dem West-Nil-Virus bei Menschen diagnostiziert, die vermutlich auf Mückenübertragung zurückgingen. Vor 2019 sind in Deutschland immer wieder einzelne Fälle bei Reisenden aus von West-Nil-Fieber betroffenen Regionen registriert worden. Der erste in Deutschland diagnostizierte menschliche Fall ohne Reiseahintergrund betraf 2018 einen Tierarzt, der sich vermutlich bei der Sektion eines an dem Virus verstorbenen Vogels infiziert hatte.

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Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Mücken, die Krankheiten übertragen. 

Höhere Temperaturen begünstigen Ausbreitung der Mücken 

Übertragen wird das Virus vor allem von in Deutschland weit verbreiteten Stechmücken der Gattung Culex. Die weitere Ausbreitung hierzulande könnte demnach vor allem durch längere Sommer mit hohen Temperaturen begünstigt werden.

Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika. Die Erreger werden von Stechmücken zwischen Vögeln übertragen. Aber auch Säugetiere, vor allem Pferde, und Menschen können durch Mückenstiche infiziert werden.

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Infektionen beim Menschen verlaufen zu rund 80 Prozent ohne Symptome, beim restlichen Fünftel mit meist milder Symptomatik wie Fieber oder Hautausschlag. Nur bei unter einem Prozent aller Betroffenen kommt es zu einer Hirnhautentzündung oder seltener zu einer Entzündung des Gehirns, einer sogenannten Enzephalitis, die tödlich enden kann. Impfstoffe oder eine spezifische Therapie für Menschen gibt es bislang nicht.

Exotische Mücken auf dem Vormarsch

Schon ihr Name klingt bedrohlich: Tigermücke. Vor mehr als zehn Jahren wurden die ersten Exemplare der tropischen Stechmücke in Deutschland nachgewiesen. Der Kampf gegen eine unkontrollierte Verbreitung dürfte künftig zur Daueraufgabe werden. Auch die Asiatische und die Koreanische Buschmücke werden Experten zufolge wohl nicht mehr aus Deutschland zu vertreiben sein. 

Dengue-Fiener und Chikungunya-Ausbrüche in Europa 

Dengue-Fälle gab es unter anderem in Südfrankreich und Griechenland schon, größere Chikungunya-Ausbrüche in Italien. Dieses Virus ist Experten zufolge wahrscheinlich auch das gefährlichste für Deutschland, weil es sich auch bei gemäßigten Temperaturen gut in den Mücken vermehren kann. Der Erreger verursacht langanhaltende Gelenkbeschwerden etwa in der Hand, die oft als rheumatische Erkrankung verkannt werden.

Experten setzen auf konventionelle Mittel: Lange, dichte Kleidung sowie Insektenspray und -netze seien effektive Mittel gegen die lästigen Plagegeister. Wer im Haus oder Garten von den Insekten heimgesucht wird, sollte Brutstätten austrocknen oder abdecken. Dazu zählen etwa Regentonnen, Vogeltränken und Blumentopf-Untersetzer.

Einen vorbeugenden medikamentösen Schutz gegen die Tiere oder die von ihnen übertragenen Krankheitserreger gibt es nicht.