Boris „Yellow“ Pfeiffer von der Mittelalter-Band In Extremo imago

Tragischer Vorfall auf einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Wandlitz (Barnim): Ein 53-Jähriger rebelliert gegen die Polizei, bricht zusammen und stirbt später im Krankenhaus. Nun stellt sich heraus: Es handelt sich um ein früheres Mitglied der in Berlin gegründeten Mittelalter-Rockband In Extremo, Boris „Yellow“ Pfeiffer. Der Musiker hatte die Band im vergangenen Jahr verlassen. Nun äußert sich die Band in einem Facebook-Post bestürzt über den Tod ihres früheren Mitglieds.

Laut Polizei hatte der Mann versucht, eine Polizeikette zu durchbrechen. Laut Polizeidirektion Ost stoppten ihn Polizisten und stellten seine Personalien fest. Danach habe er seinen Weg fortsetzen können. Kurz darauf sei der Mann auf dem Weg zu seinem Auto zusammengebrochen, so eine Polizeisprecherin am Dienstag.

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Festnahme ohne Widerstand, Boris „Yellow“ Pfeiffer sei erst danach zusammengebrochen

Wie es dazu kommen konnte, werde nun ermittelt. Die Polizeikräfte hätten Erste Hilfe geleistet, hieß es. Nach Polizeiangaben waren weder Polizisten noch andere Demonstranten beteiligt. Im Vermerk der Polizei zur Demo wurde nach Angaben der Sprecherin festgehalten, dass der Mann ohne Widerstand gestoppt werden konnte und es möglich war, seine Personalien aufzunehmen. Erst als er sich wegbewegt habe, sei er zusammengebrochen.

In sozialen Netzwerken tauchte unterdessen ein Video der rechtsextremen Splitterpartei „Freie Sachsen“ auf, auf dem zu sehen ist, wie ein Polizist einen Mann zu Boden schubst. Das Video soll aus Wandlitz stammen. Nach Polizeiangaben zeigt das Video allerdings eine Demonstration in Bernau und nicht in Wandlitz.

Wandlitz-Bürgermeister betont Grundrecht auf Versammlungsfreiheit

An der unangemeldeten Versammlung am Montag auf der Prenzlauer Chaussee beteiligten sich laut Polizei rund 200 Menschen. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben versucht, den Aufzug zu stoppen, nachdem sie über Lautsprecherdurchsagen die Demo für aufgelöst erklärt hatte, die Teilnehmenden jedoch nicht reagierten.

„Ich bedauere diesen tragischen Unglücksfall zutiefst und spreche den Angehörigen und Hinterbliebenen mein tiefes Mitgefühl aus“, sagte der Bürgermeister von Wandlitz, Oliver Borchert, am Dienstag. „Das Recht, sich friedlich und ohne Waffen unter freiem Himmel zu versammeln, ist zweifelsohne ein Grundrecht jedes Deutschen. Ich appelliere aber an die ganz offensichtlich vorhandenen Organisatoren, die Kundgebungen anzumelden und einen Versammlungsleiter zu benennen.“ Die Corona-Pandemie fordere allen viel ab. Borchert dankte allen, die sich vorbildlich solidarisch verhielten und die mit Gemeinschaftssinn zusammenstünden.