Der angeklagte Hassbrenner steht seit Freitag vor Gericht. Pressefoto Wagner

Er landete vor zehn Jahren als Autozündler vor Gericht, gelobte Besserung, erhielt Bewährung. Doch Thomas K. (39) soll wieder als Feuerteufel unterwegs gewesen sein.

Vor fünf Monaten wurde er abgeführt – nach intensiven Ermittlungen. Nun der Prozess. Brandanschläge auf Autos in Kreuzberg. Angeklagt sieben Fälle. Zwei teure Wagen abgefackelt und Fahrzeuge, die in der Nähe standen, beschädigt. Bei fünf Taten sei es bei einem Versuch geblieben.

dpa/Tzscheuschner
Ein Feuerwehrmann löscht ein von Hassbrennern in Brand gesetztes Auto in Berlin-Kreuzberg (Symbolfoto).

Thomas K. stand im März 2011 schon einmal vor dem Landgericht. Ein „politischer Autobrandstifter“, vermuteten Ermittler. Denn K. wird wohl zur linken Szene gerechnet. Im damaligen Prozess gestand er zwei Taten – und schob es auf Suff: Er sei nach viel Bier sehr betrunken gewesen.

Der Hassbrenner versprach, künftig straffrei zu leben

Er versprach damals, künftig straffrei zu leben und kam mit 22 Monaten Haft auf Bewährung davon – von einer politischen Tat sprach die Richterin nicht. Sie gab ihm noch mit auf dem Weg: „Es ist kein Spaßdelikt, Autos in der Nähe von Wohnhäusern anzuzünden.“ Solche Taten seien gefährlich, der Sachschaden oft sehr hoch.

In der Nacht zum 26. Oktober 2021 soll er in Kreuzberg rückfällig geworden sein. Eine brenzlige Serie. Die Anklage: „Gegen 1.45 Uhr zündete er ein in einem Parkhafen abgestelltes Fahrzeug an.“

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Ein Brandsatz auf dem vorderen linken Reifen eines BMW – „der Brand breitete sich komplett über den Motorraum bis zum rechten vorderen Reifen aus“. Durch die Hitze wurden ein neben dem BMW geparkter Opel Astra und ein VW Eos beschädigt.

Zweieinhalb Stunden später der nächste Feuer-Angriff. Um 4.15 Uhr soll K. in der Dresdener Straße einen Tesla Model 3 ins Visier genommen haben. Um 5.45 Uhr dann einen VW T5. Dieser Wagen brannte aus. Drei weitere Taten in einer Novembernacht. In den Fällen konnten Polizisten Schlimmeres verhindern. Ob K. aussagt, wird sich am zweiten Tag am 13. Mai entscheiden.