Eine Corona-Teststelle in Berlin-Mitte: Der Andrang hat sich gelegt. imago/Stefan Zeitz

Zahl der Corona-Teststellen in Berlin gesunken – weniger Kapazität. Hunderte Testzentren waren in den vergangenen Monaten in Berlin aufgeploppt. Mittlerweile ist etwa für den Zugang zu Biergarten oder zum Freibad kein negatives Ergebnis mehr nötig. Wie verändert sich der Markt?

Die Corona-Infektionszahlen in Berlin steigen wieder an, doch innerhalb weniger Wochen sind mehr als 270 Corona-Teststellen wieder aus Berlin verschwunden. Nach einem Höchstwert von 1656 sogenannten Test-to-go-Stellen privater Betreiber am 8. Juni seien es mittlerweile noch 1382 (Stand: Montag), teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Testkapazität in der Hauptstadt ist demnach in dem Zeitraum ebenfalls deutlich gesunken: von 5,4 Millionen wöchentlich möglichen Schnelltests auf nun 4,4 Millionen. Die Auslastung der Teststellen gab die Gesundheitsverwaltung mit 15 bis 20 Prozent pro Tag an, dies gelte „seit mehreren Wochen“.

Unseriöse Teststellen nach Beschwerden geschlossen

Eine Reihe von unseriösen Teststellen waren nach Beschwerden und Kontrollen dichtgemacht worden, doch wie viele das genau sind, konnte die Behörde nicht sagen. Dies werde statistisch nicht gesondert erfasst, hieß es. Teststellen seien teils von der Gesundheitsverwaltung, teils aber auch von Bezirken geschlossen worden. Anfang Juni hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Abgeordnetenhaus berichtet, dass in einigen Teststellen Verstöße gegen Durchführungs- und Hygieneregeln festgestellt worden seien.

Der Rückgang des Testangebots war aber nicht nur wegen der Debatte um Verstöße erwartet worden. Auch die Lockerungen wegen der stark gesunkenen Infektionszahlen dürften ein Grund sein. Mittlerweile ist etwa für Besuche im Biergarten oder im Freibad kein negatives Testergebnis mehr erforderlich. Hinzu kommt die steigende Impfquote; der Nachweis einer vollständigen Impfung ersetzt meist das Vorzeigen eines negativen Testergebnisses. Ungemütlich könnte es bald für Ungeimpfte werden: Im Gespräch ist, dass Schnelltests nicht mehr kostenlos angeboten werden.

Weiterhin erforderlich sind PCR-Tests für die Ein- und Rückreise aus bestimmten Ländern sowie die Überprüfung von positiven Schnelltestergebnissen. Hier gibt es allerdings trotz Sommerferien-Boom einen stark rückläufigen Trend: Die Zahl der wöchentlich durchgeführten PCR-Tests war laut Lagebericht (Stand: Dienstag) mit rund 32.000 vorletzte Woche ungefähr noch halb so hoch wie zu Hochzeiten im Frühjahr. Dabei fiel weniger als einer von 100 Labortests positiv auf Sars-CoV-2 aus (0,8 Prozent). Zum Jahreswechsel waren es rund 19 von 100 gewesen.