Das Gähnen täuscht. Die Tiger im Tierpark werden abends erst richtig wach. 

Foto: Tierpark Berlin

Was passiert eigentlich, wenn Tierpark und Zoo schließen? Gehen Tiger, Panda und Co. etwa schlafen? Denkste! Viele Bewohner werden dann erst richtig wach. Was da für ein tierisches Spektakel abgeht, können auch die Berliner erleben. Denn für sie haben Zoo und Tierpark bis 28. August an mehreren Abenden geöffnet.

Immer donnerstags und freitags machen die beiden Tiergärten von 17 bis 21 Uhr die Pforten für die Besucher auf. Berliner und Touris werden staunen, was sie dort zu sehen bekommen.

Denn wenn die Dämmerung über Friedrichsfelde hereinbricht, erwacht im Tierpark der Dschungel. Die Gibbons legen dann mit einer echten Affen-Show los. „Mit etwas Glück kann man die singenden Abendrufe der Gibbon-Familien hören, die damit ihr Revier markieren“, sagt Sprecher Maximilian Jäger.

Die Polar-Wölfe treffen sich im Zoo zum Abendgeheule.

Foto: Zoo Berlin

Selbst die Tiger sind los! Geht der Tag zur Neige, zeigen sie sich in der neuen Regenwaldwelt im Alfred-Brehm-Haus nicht mehr so verträumt wie tagsüber. Abends sind die dortigen Hinterindischen  und Sumatra-Tiger deutlich aktiver. Ihre Jägerinstinkte erwachen. Während die Tierpark-Tiger von Pflegern mit Fleisch versorgt werden, machen ihre Artgenossen in der Wildnis zu dieser Zeit Jagd auf fette Beute.

Auch die Nebelparder im Alfred-Brehm-Haus sind hellwach. Geschlafen wird bei ihnen meistens am Tag, wenn normalerweise die Besucher da sind. Nun können die Berliner auch sehen, wie bei diesen Dschungel-Miezen abends tobend und fauchend die Post abgeht. Denn auch sie sind nächtliche Jäger.

Verschlafen zeigt sich dieser Nebelparder im Alfred-Brehm-Haus nur am Tag. Foto: dpa

Echte Tierpark-Nachtschwärmer treffen Besucher in der Tropenhalle. Flughunde, die wie alle Fledermäuse schon mit Beginn der Dämmerung ihre Flugkünste zeigen. Sie sind keine Blutsauger, sondern Vegetarier. Daher fühlen sich die Flughunde recht wohl, wenn sie über den 5000 Dschungelpflanzen in der Tropenhalle fliegen.

Flughunde sind in der Tropenhalle abends besonders aktiv. Foto: Engelsmann

Bei einem Bad in der Abendsonne ist vielleicht Eisbär-Star Hertha zu erleben. „Etwa 90 bis 100 Kilo wiegt sie“, sagt Sprecher Jäger. Zum Vergleich: Mama bringt 250 Kilo auf die Waage. Da muss Hertha, die zwar fast so groß wie die Mutter ist, noch ein bisschen zulegen.

„Das Verhalten unserer Tiere ist in den Abendstunden unterschiedlich“, sagt Jäger. Während die einen recht aktiv sind, machen sich andere gerade bettfertig. Dieses Schauspiel kann man im Zoo bewundern, wenn die Seelöwen auf ihren Felsen die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen.

Oder wenn Seehund-Mama Molly mit ihrem Nachwuchs, der vor einer Woche zur Welt kam, im Wasser eine abendliche Schwimmrunde dreht. Die Zoo-Flusspferde verlassen hingegen das Wasser. Wenn es zu dämmern beginnt, ziehen sie sich zum Schlafen aufs Land zurück. Auch die Panda-Zwillinge Pit und Paule träumen da schon längst, sind daher nicht zu sehen.

Genießen die Abendstimmung im Zoo: Seehund-Mama Molly mit einem ihrer Welpen. Foto: Zoo Berlin

Direktor Andreas Knieriem spricht von „magischen Momenten“, wenn es im Tierpark und Zoo Abend wird. Nun werden auch die Besucher diese erleben. Allerdings sind die Tickets dafür limitiert. Rund 2000 Karten gibt es pro Tierpark- und Zoo-Abend. Sie müssen zu den üblichen Eintrittspreisen vorab online auf den jeweiligen Internet-Seiten gekauft werden.

Auch Eisbär-Star Hertha ist abends im Tierpark zu erleben. Foto: Wächter