Ein Notarzt vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Einsatz. Foto: imago images/Ralph Peters

Sie sind nach Unglücken immer zur Stelle, sie retten Leben, doch sie brauchen selbst Hilfe: Im Rettungsdienst fehlen aktuell Sanitäter  und Krankenwagenfahrer (Rettungshelfer) aber auch Notärzte. Neben der Berliner Feuerwehr übernehmen mehrere Organisation (Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser-Hilfsdienst, Bundeswehr) in der Stadt die Notfallrettung. Etwa 30 Prozent aller Einsätze fahren allein diese Organisationen, denen aber nun das Personal ausgeht.

Allein 33 Stellen sind laut Senat bei ihnen nicht besetzt. Die meisten fehlen beim Roten Kreuz (zwölf). Acht Stellen sind jeweils beim Arbeiter-Samariter-Bund und beim Malteser-Hilfsdienst noch frei. Die Johanniter-Unfall-Hilfe könnte sofort fünf neue Rettungskräfte einstellen. Rechnet man die freien Stellen der Feuerwehr hinzu, kommt man noch auf eine viel höhere Zahl. Die Innenpolitiker im Abgeordnetenhaus sprechen insgesamt von über 100 unbesetzten Stellen in der Berliner Notfallrettung

Dementsprechend müssen die Retter viel arbeiten und Überstunden schieben: Bei allen Organisationen kommt ein Angestellter auf 40 Stunden und mehr in der Woche. 

 Und das hat Konsequenzen, wie Paul Fresdorf, der innenpolitische Sprecher der FDP, beobachtet. „Wir verzeichnen einen erhöhten Krankenstand bei den Rettungskräften. Bei Überlastung holt der Körper sich sein Recht auf Erholung wieder zurück“, sagt er. Er stellte die Anfrage bei der Innenverwaltung und erhielt die konkreten Zahlen vom Senat. Dabei kommen Herausforderungen hinzu: Die Zahl der Einsätze (343.660 im letzten Jahr) steigt wie die Zahl der Übergriffe auf die Rettungskräfte.