Im Gericht machte Gangster-Rapper Samra einen müden Eindruck. Pressefoto Wagner

Wo Gangster-Rapper Samra (27) auftaucht, sind Skandale nicht weit, heißt es. Doch als Zeuge vor Gericht nervte seine müde Vorstellung. Der Berliner Rapper hatte einen Auftritt im Prozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker (46), einst Manager von Rapper Bushido (43). Beide sitzen sich seit 19 Monaten in einem Strafverfahren vor dem Landgericht gegenüber – einst ziemlich beste Freunde, sei einigen Jahren allerdings ziemlich beste Feinde.

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Es geht um angebliche Taten zum Nachteil von Bushido, bürgerlich Anis Ferchichi. Als der Musiker nach rund 14 Jahren die Auflösung ihrer Geschäftsbeziehungen verlangt habe, soll der Clan-Boss dies nicht akzeptiert und eine Millionen-Summe verlangt haben – Bushido sei am 18. Januar 2018 in einem Büro bedroht, mit Stuhl und Wasserflasche beworfen worden.

Samra, bürgerlich Hussein Akkouche, gehörte zum Kreis mehrerer Rapper um die beiden einstigen Partner im Musikgeschäft. Der Richter: „Was haben Sie von der Trennungsphase mitbekommen.“ Der Rapper, dem auf Instagram rund 1,7 Millionen Fans folgen, nun schleppend: „Nicht viel. Das war wie ein altes Ehepaar, das sich trennen will.“

Vorm Richter kann sich der Rapper an nichts erinnern

Rapper Samra hatte sich im März 2018 entschieden, bei Bushido einen Vertrag zu unterzeichnen – „weil ich Karriere machen wollte“. Die Anklägerin: „Herr Ferchichi hat hier ausgesagt, Arafat Abou-Chaker habe Sie damals beleidigt, angeschrien, mit einer Schere vor Ihnen herumgefuchtelt.“ Samra, der sich 2019 in die Spitze der deutschen Single-Charts gerappt hatte, etwas munterer: „Kann mich nicht daran erinnern, weil es nicht passiert ist.“

Auf der Bühne kann Samra besser mit Worten umgehen. Imago/Ralf Müller

Ob damals etwas berichtet worden sei von dem Treffen im Januar 2018? Nein, er habe mit Bushido nicht darüber gesprochen, so Samra. Auch nicht über Arafat Abou-Chaker – „hat mich nicht interessiert“. Der Richter nach der nächsten schleppenden Antwort: „Ich stehe kurz vor Kopfschmerzen – lassen Sie sich nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!“

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Samras Vertrag mit Bushido wurde bereits 2020 wieder aufgelöst. Samra: „Weil es nicht mehr gepasst hat.“ Die Anklägerin: „Befürchteten Sie möglicherweise Ärger gegen ihre Person?“ Bushido hatte das in seiner Aussage im Prozess vermutet. Samra im Zeugenstand schüttelte den Kopf – „es geschah, weil ich meinen eigenen Weg gehen wollte“. Er und Bushido hätten sich ohne Probleme und ohne Bedingungen getrennt. Arafat Abou-Chaker habe nichts damit zu tun.

Mama sagte zu Samra, dass er vor Gericht erscheinen soll

Nicht einmal an seine Vernehmung bei der Polizei im März 2019 kann sich Samra angeblich erinnern. Der Rapper: „Ich wollte so wenig wie möglich mit der Sache zu tun haben.“

Seit 64 Verhandlungstagen läuft der Prozess. Die Clan-Brüder, die auf freiem Fuß sind, haben zu den Vorwürfen geschwiegen. Amüsiert schien Arafat Abou-Chaker angesichts des so schläfrig wirkenden Zeugen. Der vertraute dem Richter an: „Bin echt müde.“ Aber seine Mama habe gesagt, dass er den Gerichtstermin nicht platzen lassen solle: „Dann hast du es hinter dir.“

Bushido, Nebenkläger im Prozess, hörte die Aussage von Samra und verließ dann schnell den Gerichtssaal. Wie immer begleiteten ihn Personenschützer. Fortsetzung: Mittwoch.