So sieht ein Ikea-Planungsstudio in Kopenhagen aus. 
Foto: Inter IKEA Systems B.V. 2020

Eine Frage treibt die Pankower um, seit klar ist, dass der Möbelriese Ikea direkt am Anger etwas völlig Neues ausprobieren wird. Wird es Hotdogs im neuen Planungsstudio geben? Köttbullar gar? Dort, wo die Pankower bis zu seiner Schließung im griechischen Restaurant „Olivenbaum“ speisten, sollen sie in Zukunft stattdessen ihre neuen Küchen planen. Studios wie das, welches am 1. September in Pankow eröffnet, gibt es bereits in Kopenhagen, London, Stockholm und New York. Jetzt also Panke statt Hudson River. 

Noch sind die großen Fensterscheiben in der Breiten Straße zugeklebt, aber das „Hej“ auf dem Glas vor Packpapier verrät, wer hier bald die Tore öffnet. Durch die geöffnete Tür sind auf kleinen Inseln halb aufgebaute Küchen zu sehen, auch ein paar Deko-Kräutertöpfe hängen schon. Endspurt heißt es jetzt für Deutschlands ersten Kiez-Ikea. Etwas später, am 27. Oktober, eröffnet ein weiteres Studio in der Brandenburger Straße des Potsdamer Luisenforums.

„Wir wollen auch in den Innenstädten präsent sein“, erläutert Kim Steuerwald das neue Konzept des Möbelhauses. Der stetig wachsenden Zahl an Menschen, die in der Innenstadt leben und kein eigenes Auto besitzen, wolle man die Möglichkeit geben, in der Nähe ihres Wohnortes mit Ikea in Kontakt zu kommen. In den Planungsstudios unterstützen und beraten Mitarbeiter bei komplexen Planungen und Einrichtungsideen, wie beispielsweise Küchen oder bei Modularsystemen wie Pax-Schränken.

„Kunden können das gesamte Ikea-Sortiment inklusive aller Services in ihre Planungen integrieren und bestellen“, so Steuerwald. Unternehmer hätten zudem die Möglichkeit, bestimmte Sortimente in großen Mengen zu bestellen, beispielsweise um ein Restaurant oder Büroflächen einzurichten.

Wer allerdings auf einen Ikea-Ausflug mit Spieleparadies und Zimtschnecken aus ist, der muss weiterhin in die großen Häuser am Rande der Stadt fahren.

„Es wird keinen Cash-and-Carry-Bereich“ geben, sagt Kim Steuerwald. Keine Kerzen, kein Hotdog mit Gurke zur Beruhigung nach dem Einkauf mit der Familie.  Voraussichtlich ab Mitte des Monats wird man stattdessen auf der Ikea-Homepage Beratungstermine im neuen Studio vereinbaren können, aber auch spontane Kunden sind willkommen.

Nicht nur an der Panke und in Potsdam geht Ikea neue Wege. „Pankow und Potsdam sind für uns der Auftakt – wir möchten aber noch in weiteren Bezirken der Hauptstadt vertreten sein und unsere Präsenz im Berliner Raum erhöhen. Derzeit sind wir auf Standortsuche für weitere spannende Formate“, sagt Dennis Balslev, Geschäftsführer von Ikea Deutschland. In Berlin sieht er Potenzial für weitere drei bis fünf Planungsstudios sowie einen XS-Store in prominenter Lage. Dort gibt es dann auch wieder Verpflegung, versprochen.