Mit Personenschutz und Polizeimaske wird Anna-Maria Ferchichi zum Gericht gefahren. Foto: Pressefoto Wagner

Sie erwartet Drillinge und stand dennoch als Zeugin Rede und Antwort: Anna-Maria Ferchichi (39) wurde von vermummten Personenschützern in den Saal begleitet. Die Frau von Rapper Anis „Bushido“ Ferchichi (42) trat dem angeklagten Clan-Chef Arafat Abou-Chaker (45) gegenüber. Sie in einem blau-weißen und langen Sommerkleid, die langen Haare offen. Mit Bushido hat sie vier gemeinsame Kinder, bald ist sie achtfache Mutter – Drillings-Mädchen sind unterwegs. Ein kurzer Blick zum Clan-Boss. Der gab sich gelassen.

Er und drei seiner Brüder müssen sich wegen mutmaßlicher Taten gegen den Rapper verantworten. Als der Musiker nach rund 14 Jahren die Auflösung ihrer Geschäftsbeziehungen gefordert habe, soll der Clan-Chef dies nicht akzeptiert und eine Millionen-Summe verlangt haben – Bushido sei bedroht, mit Stuhl und Wasserflasche beworfen worden. 25 Tage lang sagte der Rapper im Prozess aus.

Wie erlebte Bushidos Frau das Verhältnis der beiden Männer?

Wie hatte Bushidos Frau das Verhältnis der beiden Männer erlebt? Anna-Maria Ferchichi zitierte, wie sie ihren Mann damals beschwor: „Das ist keine Freundschaft, das ist eine völlige Überwachung, ein völliges Ansichziehen aller Dinge.“ Bushido habe unter Druck gestanden, habe sehr gelitten – „erst nach der Trennung 2017 konnte er wieder richtig schlafen“.

Sie gilt als die starke Frau an der Seite des Musikers. Kennengelernt haben sie sich 2011 in Köln. Damals sei sie auch Arafat Abou-Chaker begegnet. Anfangs sei es „witzig “ gewesen. Doch Abou-Chaker habe sich bald „in seine Glaubensrichtung verrannt“, so die Zeugin „Als er dann islamisch geheiratet hatte, gab es eine Drehung um 180 Grad.“ Bushido und Anna-Maria, Schwester von Sängerin Sarah Connor, heirateten 2012.

Bald habe es Anzeichen für Einmischung durch den Manager und Clan-Boss gegeben: „Er wollte nicht, dass es bei der Hochzeit Alkohol gibt.“ Und ihr Mann damals? „Er blockte ab, wollte keine Konfrontation. Er hat die Fassade einer Freundschaft gewahrt.“ 2013 sei es „richtig schlimm“ geworden. Bushido sei depressiv gewesen – „als hätte Arafat seine Chance gesehen“. Ihr Mann sei kaputtgearbeitet worden – „Arafat brauchte wohl Geld für sein Haus in Kleinmachnow“. Und er habe sie hässlich beleidigt, ihr vorgeworfen, sie würde sich „nicht richtig anpassen, nicht richtig kleiden“.

Damals habe sie es so erlebt: „Es gab keine Entscheidung ohne Arafat.“ Über sie habe er gesagt, sie sei „der Teufel in Person“. Schlimme Szenen einer Ehe gab es – Anna-Maria Ferchichi, die tapfer aussagte, kamen Tränen. Ein heftiger Streit 2014, weil er sie gegen seinen damaligen Geschäftspartner nicht in Schutz genommen habe. Die bald achtfache Mutter: „Er gab mir eine Ohrfeige.“ Sie zeigte es an, packte die Koffer, verließ ihn mit vier Kindern und unter Polizeischutz.

Nach der Trennung kehrte sie zu Bushido zurück – unter einer Bedingung

Bushido reiste ihr bald nach. Er war monatelang in einem Hotel in der Nähe und für sie da. Er bekam eine zweite Chance. Sie stellte eine Bedingung: „Halte Arafat aus unserem Leben fern.“ Die Zeugin mit Babybauch: „Das hat er gemacht.“ Sie soll ihre Aussage Mittwoch fortsetzen.