Frostige Zeiten.  Foto: imago images/Imaginechina-Tuchong

Mehr als vier Grad zu warm und viel zu trocken und außergewöhnlich sonnig ist der November bislang. Da kommt es eigentlich zur rechten Zeit, dass die auch am Donnerstag noch milden Temperaturen absacken. Verantwortlich dafür sind die Überbleibsel des Hurrikans Eta, der in der Karibik eine Schneise der Verwüstung zurückließ. In unserer Region ist er mit mild-feuchter Luft angekommen, transportiert aber auf der Rückseite eine markante Kaltfront. 

Diese zieht am Donnerstag vom Nordwesten nach Südwesten über Brandenburg und weht kühle Luft in unsere Region. Dabei entwickeln sich einzelne Windböen, die laut Deutschem Wetterdienst bis zu 85 km/h erreichen können. Dennoch zeigt sich im Berliner Raum am Nachmittag erst noch einmal die Sonne bei Temperaturen von bis zu 12 Grad. Bis zum Abend zeigt sich das Wetter turbulent mit einzelnen Schauern, die von einzelnen Sturmböen begleitet werden. In der Nacht stürzen die Temperaturen bis hin zum Gefrierpunkt. In Bodennähe erwartet der DWD leichten Bodenfrost.

Frost bis minus fünf Grad

Am Freitag erreichen die Höchstwerte gerade noch sechs bis acht Grad. Der Wind weht nur noch lau, und die Sonne zeigt sich immer wieder mal. In der Nacht zu Sonnabend können die Tiefstwerte sogar unter die Frostgrenze sinken. Im Boden erwartet der DWD bis zu minus fünf Grad. Auch tagsüber bleiben die Höchstwerte am Sonnabend einstellig. Die Wolken verdichten sich, es fällt zeitweise leichter Regen. Die Nacht zu Sonntag bleibt frostfrei, und tagsüber werden unter stark bewölktem Himmel bei etwas Regen wieder zehn Grad erreicht.

Trotz der deutlich niedrigeren Temperaturen deutet aber wenig auf einen bevorstehenden Wintereinbruch hin. Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) sieht bereits ein neues Novemberhoch in der kommenden Woche heranziehen. Dies sorgt in unserer Region weiter für einstellige Temperaturen, beschert uns aber auch Sonne und ganz sicher keinen Schnee.

Eisiger Jahrhundertwinter in Sicht?

Diplom-Meteorologe Jung blickt schon einmal auf die Adventszeit voraus: Nichts deutet ihm zufolge derzeit auf Dauerfrost hin.  Langfrist-Prognosen bis in den Februar hinein stellen sogar infrage, ob es überhaupt noch etwas mit der kalten Jahreszeit wird. "Vor einigen Wochen geisterte die Geschichte eines eisigen Jahrhundertwinters aufgrund des Wetterphänomens La Nina durch die Medien", erinnert Jung.

Doch er bleibt bei seiner Einschätzung: "Das war und ist alles Unsinn. Ein extrem kalter Winter ist für Deutschland äußerst unwahrscheinlich." Dies hängt auch mit der Großwetterlage zusammen: Wenn Kälte kommt, erklärt der Wetterexperte, dann kommt sie normalerweise aus Osteuropa. „Aber wenn es dort schon nicht wirklich kalt wird, sieht es für eisige Temperaturen bei uns in Deutschland eher schlecht aus.“