Der UN-Preis, mit dem die Tierparkschule von den Vereinten Nationen ausgezeichnet wurde.   Foto: Tierpark Berlin

Im Tierpark Berlin können Berliner nicht nur Tiere bestaunen, sondern auch etwas lernen. Dafür sorgt seit Jahren die Tierparkschule auf dem Gelände in Friedrichsfelde, die nun von den Vereinten Nationen mit einem speziellen Umweltpreis geehrt wurde.

Ein aus Holz getischlerter Baum: So sieht die Trophäe aus, die nun in der Bibliothek der Tierparkschule steht, die einst das Arbeits- und Wohnhaus des Tierparkgründers Heinrich Dathe (1910–1991) war. Mit dem Preis werden durch die Vereinten Nationen in einem Sonderwettbewerb „Soziale Natur – Natur für alle“ Projekte geehrt, die soziale Grenzen und Hindernisse überwinden und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten, wie es heißt. Dazu gehören nach Ansicht der UN auch die „Sinnesführungen“ der Tierparkschule Berlin.

Adrienne Bienasch (re.) und Svenja Eisenbarth von der Tierparkschule zeigen stolz den UN-Preis. Foto: Tierpark Berlin

Seit einem Jahr gibt es diese Führungen. Sie erlauben Besuchern mit geistigen und körperlichen Handicaps, die Tierwelt der zoologischen Anlagen in Friedrichsfelde auf eine ganz spezielle Art und Weise kennenzulernen. Dabei erfahren sie mittels spezieller Exponate, wie sich etwa das Fell von Eisbär-Star Hertha anfühlt, wie Tiger riechen oder welche laute die Brüllaffen von sich geben.

„Bei unseren Touren durch den Tierpark sollen Menschen mit unterschiedlichen geistigen und körperlichen Ansprüchen für die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt begeistert werden“, sagt Svenja Eisenbarth, Leiterin der Tierparkschule. „Wir hoffen, dass wir diese Veranstaltungen bald wieder anbieten können.“ Denn die Führungen sind für Besucher, wie etwa auch die öffentlichen Tierfütterungen, wegen der Lockdown-Regelungen in der Corona-Krise derzeit nicht möglich.

Die Projekt-Ehrung fand im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde, mit dem Ziel, auf den weltweiten Rückgang der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen aufmerksam zu machen und diesen aufzuhalten. In Deutschland werden die Auszeichnungen im Auftrag des Bundesumweltministeriums, des Bundesamtes für Naturschutz und der deutschen Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerichtet. Zu den Preisträgern gehörten 2019 die Zooschule im Berliner Zoologischen Garten und 2020 das Schulprojekt „Berliner Spatzenretter“, das sich um Nist- und Brutmöglichkeiten für Stadtvögel kümmert.