Ramona Krönke spielt seit 15 Jahren die Titelrolle des Stücks „Cavewoman“. Foto: Berliner KURIER / Volkmar Otto

Die besten Geschichten schreibt das Leben – nicht umsonst setzen viele Komiker auf Beziehungs-Humor, auf Witze über Männer und Frauen. Eine Taktik, die auch die Comedy-Shows „Caveman“ und „Cavewoman“ zum Kult machte. Seit Jahren sind die Programme über die Problemchen beider Geschlechter auf Bühnen auf der ganzen Welt zu Hause. Die Berlinerin Ramona Krönke steht seit 15 Jahren in der One-Woman-Show „Cavewoman“ auf der Bühne, legt nach der Corona-Pause am Freitag wieder los.

Eine Show wie diese ist für jede Schauspielerin, für jeden Schauspieler ein riesiger Spielplatz, auch für Ramona Krönke. Aber auch: ein anstrengendes Abenteuer. „Wenn ich nach den zwei Stunden von der Bühne komme, bin ich richtig fertig. Gefüllt mit guten Eindrücken, aber auch körperlich am Ende“, sagt die 50-Jährige dem KURIER. Sie lacht. „Die Corona-Pause habe ich genutzt, um meinen Körper mal etwas zu schonen. Aber ich freue mich, dass es nun endlich weitergehen kann.“

Seit 15 Jahren spielt sie die Hauptrolle in „Cavewoman“ – und auch die einzige Figur. Denn das Stück über die Beziehungsprobleme von Männern und Frauen ist eine Solo-Show. Die Story: Einen Tag vor der Hochzeit hat sich Heike (Krönke) mit ihrem Mann gestritten, wutentbrannt ist er abgehauen. Nun sind die Hochzeitsgäste bereits da – und erhalten von Heike einen Crashkurs zur artgerechten Haltung von Männern. Schließlich sei, so die Aussage des Stückes, nicht der Mann, sondern die Frau zuerst im Paradies gewesen. „Dann kam der Mann dazu, mit all seinen Fehlern und Problemen“, sagt Krönke. „Und die Frau hat die Aufgabe, die Reparaturen vorzunehmen.“

Ramona Krönke auf der Bühne. Foto: zVg/Kai Heimberg

Seit Jahren übernimmt sie die Rolle, auf der Bühne stand sie schon länger. In der Kindheit und Jugend habe sie getanzt, später Theaterpädagogik an der Universität der Künste studiert. Früh entdeckte sie auch die Leidenschaft für Improvisationstheater – Krönke spielt bei den „Gorillas“, gründete die Reihe „Theatersport“ mit. Vor 15 Jahren kam das Angebot für „Cavewoman“. „Man steht alleine auf der Bühne und hat die Aufgabe, den Saal zum Lachen zu bringen.“ Hinzu komme: Mit „Caveman“ gibt es die gleiche Show bereits mit einem männlichen Hauptdarsteller. „Als Frau den gleichen Erfolg zu haben, dem ganzen eine eigene Komik zu geben – das ist eine Aufgabe.“

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Spaß mache auch das Publikum. Oft sitzen Paare im Saal, in der gleichen Konstellation. „Die Frau will die Show sehen, der Mann muss mit. Es ist schön zu beobachten, wie sie gemeinsam lachen, weil sie merken: In der Beziehung der Frau auf der Bühne gibt es die gleichen Probleme wie bei uns.“ Wenn beschrieben wird, dass Männer rülpsen, schnarchen, pupsen und sich selbst gern beim Sex im Spiegel beobachten, aber dafür einfach nicht „Ich liebe dich“ sagen können, und der ganze Saal darüber lacht, habe das etwas Verbindendes. „Das Publikum lacht miteinander, weil in den Beziehungen aller Zuschauer die gleichen Dinge vorkommen.“

Auch für den KURIER-Fotografen gab Krönke die Ulknudel. Foto: Berliner KURIER / Volkmar Otto

Männer und Frauen denken dadurch auch über ihr eigenes Verhalten nach. Das führt manchmal zu speziellen Auswüchsen: „Zweimal ist es während der Shows passiert, dass Männer ihren Frauen von der Bühne einen Heiratsantrag gemacht haben“, sagt Krönke. „Beide Male haben die Frauen angenommen – aber ich habe klar gesagt: Ich übernehme dafür keine Garantie.“ Wutentbrannt getrennt habe sich in der Show noch niemand. „Aber die Show endet auch mit einer Liebeserklärung an die Männer. Dann gehen die Frauen nach Hause mit dem Gedanken: Mensch, ich habe einen tollen Typen. Er hat zwar seine Macken, aber so ist er halt.“

Am Freitag steht Krönke mit der Show im Glashaus der Arena Berlin auf der Bühne (19.30 Uhr, Tickets: www.cavewoman.de), freut sich auf den Auftritt. Denn in der Corona-Zeit habe sie nur einen Film drehen können, bei den „Gorillas“ wird vor Notbestuhlung hinter einer Plexiglaswand gespielt. Im September lief „Cavewoman“ bereits einmal. „Da war ich richtig gerührt. Die wenigen Gäste, die da waren, haben sich richtig gefreut. Aber man muss leider Angst haben, dass es für eine sehr lange Zeit nicht mehr so wird wie vorher.“