Endlich abtauchen: Wenn man denn nach dem Anstehen eine Karte bekommen hat.
Endlich abtauchen: Wenn man denn nach dem Anstehen eine Karte bekommen hat. Markus Wächter

Eigentlich kann Berlin alles. Die Betonung liegt auf eigentlich. Und dann kommt ein großes NUR. Die Stadt gerät nicht nur bei Corona aus dem Tritt. Sondern auch bei Hitze, bei Kälte, bei Regen, bei Schnee, also bei allem, was nicht exakt nach Plan läuft. Besonders die Berliner IT, die bei den geringsten Anlässen nicht richtig funktioniert. Was wollen Berliner, wenn es heiß wird? Ins Freibad. Viele wollen das. Um nicht lange anzustehen, holt man sich vorher Karten aus dem Onlineshop der Berliner Bäderbetriebe. Und was passiert in Berlin, wenn viele etwas gleichzeitig wollen? Die IT ist dem nicht gewachsen, in dem Fall geht sie baden.

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Auf der Seite der Berliner Bäderbetriebe steht nun schon seit ein paar Stunden: „Liebe Gäste, aufgrund einer technischen Störung ist der Onlineshop für die Sommerbäder momentan nicht verfügbar. Tickets erhalten Sie direkt an den Kassen der Sommerbäder. Wir bitten um Ihr Verständnis.“ Yep, Verständnis, um das wird man in Berlin öfters gebeten.

Es gibt online keine Karten: deshalb muss man in den Berliner Sommerbädern zurzeit länger anstehen.
Es gibt online keine Karten: deshalb muss man in den Berliner Sommerbädern zurzeit länger anstehen. dpa/Riedl

Angesichts der Hochsommerhitze melden die Berliner Bäderbetriebe einen großen Andrang in den Freibädern und erneut Probleme mit dem Online-Ticketshop. Der Ansturm sei erwartungsgemäß auch wegen der Ferienzeit sehr groß, sagt Bäder-Sprecher Matthias Oloew. Erwartungsgemäß, aber nicht erwartungsgemäß genug für die Berliner Bäderbetriebe.

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Wird es heiß, streikt der Online-Ticketshop

Der Online-Ticketshop ist, wie schon mehrfach an heißen Tagen, dem großen Ansturm nicht gewachsen und bereits am Morgen wieder ausgefallen. Man arbeite unter Hochdruck daran, den Shop wieder in Gang zu bringen. „Wir können aber nicht sagen, wie lange es noch dauern wird“, sagt Oloew. Folglich müssten Badelustige ausschließlich auf die Bäderkassen zurückgreifen, was zwingend mit Wartezeiten verbunden sei. Man hoffe, dass zum erwarteten bislang heißesten Tag des Jahres am Mittwoch wieder alles funktioniere.

Matthias Oloew ist Sprecher der Berliner Bäderbetriebe.
Matthias Oloew ist Sprecher der Berliner Bäderbetriebe. David Heerde

Oloew empfiehlt insbesondere Familien, in den kommenden Tagen sehr früh in die Bäder zu kommen – nicht erst gegen elf Uhr. Zudem böten sich auch Bäder an, die nicht immer sehr stark nachgefragt seien. Ein Tipp sei beispielsweise das Sommerbad Staaken-West.

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Immerhin, es gibt auch eine gute Nachricht: Bisher gebe es keine nennenswerten Schwierigkeiten in den Bädern, sagt Oloew,  Aggressionen und Streitigkeiten wie zuletzt seien bislang nicht bekannt geworden. Da kann man nur hoffen, dass das lange Warten in der Hitze nicht aggressiv macht.