Der Bundestag hat die Regenbogenflagge gehisst.
Der Bundestag hat die Regenbogenflagge gehisst. dpa/Christoph Soeder

Wenn am Samstag (23. Juli 2022) der Christopher Street Day in Berlin begangen wird, feiert das wichtigste politische Gebäude der Bundesrepublik zumindest symbolisch mit. Erstmals wurde am Samstagmorgen nämlich die Regenbogenflagge gehisst, die mit ihren sechs bunten Streifen als Symbol der queeren Community gilt und für Toleranz steht. Sie wurde auf dem Südwestturm des Reichstagsgebäudes gehisst. Zwei weitere wurden vor dem Ost- und dem Westportal des Gebäudes aufgezogen.

Im April gab es die Genehmigung für die Regenbogenflagge auf dem Bundestag

Erst im April hatte das Innenministerium offiziell die Genehmigung erteilt, dass die Regenbogenflagge zu bestimmten Anlässen vor oder auf Dienstgebäuden des Bundes gehisst werden darf. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hatte die Flaggenhissung am Reichstag im Juni angekündigt und erklärt, dies werde die Sichtbarkeit des Bekenntnisses zu Vielfalt und Diversität noch einmal deutlich erhöhen.

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Gehisst wird übrigens die klassische LGBT+ Pride Flag mit den sechs Farben. In den letzten Jahren gab es allerdings auch einige Erweiterungen der Flagge, die beispielsweise die Farben blau, rosa und weiß aus der Trans Pride Flag, sowie braun und schwarz als Farben der marginalisierten Communities. Diese sind auch wie ein lilafarbener Kreis auf gelbem Grund für die inter* Pride Flag als Keil auf der linken Seite angebracht. Eine solche ist etwa vor dem Rathaus Lichtenberg gehisst worden.

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Zur großen Demo anlässlich des Christopher Street Day (CSD) gehen die Veranstalter von mehr als 100.000 Menschen aus, die ein Zeichen für queeres Leben setzen wollen. Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise solche, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Wann war der erste CSD?

Der Ursprung des Christopher Street Day geht auf eine gewalttätige Razzia der Polizei in der Stonewall Bar in der New Yorker Christopher Street am 28. Juli 1969 zurück. Damals war das keine Seltenheit, doch diesmal setzten sich die Schwulen und Lesben zur Wehr, es kam zu einer Demonstration, bis die Polizei die Menge auseinandertrieb. Doch die Demonstrantinnen und Demonstranten blieben beharrlich, sie gingen immer wieder auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren.

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Um dem Jahrestag des Aufstands zu gedenken, wurde das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet, das in New York seither einen Straßenumzug organisiert, um dem Tag, der für Emanzipation und Selbstermächtigung steht, zu feiern.