Vor zwei Tagen erhielten die Mitarbeiter der Feuerwehrwache das Essen der privaten Facebookgruppe gratis geliefert. Foto: Sabine Gudath

Sie wollen all denen danken, die für die Gesellschaft pausenlos im Einsatz sind: Deshalb gründeten Falko Stiehler (40) und ein paar Freunde eine Facebookgruppe, die helfende Berufsgruppen in der Stadt kostenlos mit Essen versorgt. „Wir denken, dass Helfen gerade das Beste ist, das wir in dieser angespannten Situation machen können“, sagt Falko Stiehler dem KURIER.

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Ihre Facebookgruppe „Pizza für Helden“ umfasst mehr als 50 Mitglieder. Ihr Hilfskonzept funktioniert so: Täglich um 18 Uhr liefern Stiehler und Kollegen eine warme Mahlzeit an Feuerwehrdienstellen, Kliniken, Pflegeheime und andere soziale Einrichtungen aus. Das Geld sammeln sie für den guten Zweck per Paypal. 200 Euro spendeten sie sogar schon selbst. „Bevor wir los fahren, rufen wir in der jeweiligen Einrichtung an und fragen, welches Gericht sich die Mitarbeiter wünschen. Viele lassen sich auch gern überraschen“, so Stiehler.

Sondergenehmigung für die Berliner Feuerwehren

Die Essen dürfen sie aus hygienischen Vorschriften nicht selbst zubereiten und ordern es zuvor bei einem Pizzaservice, der ihnen 50 Prozent Rabatt auf jedes Gericht gewährt hat. Anschließend fährt das Team, das in einem Wochenplan festgelegt ist, die Nudeln, Salate, Pizzen und Getränke per PKW oder öffentlichen Verkehrsmitteln aus. „Wir erleben in unseren Einsätzen immer wieder etwas Neues, womit wir vorher gar nicht rechnen“, sagt Stiehler. Vergangene Woche hätten sie erstmals eine Feuerwache in Lichtenberg beliefert. Dort hätten die Mitarbeiter das Essen wegen der Bestechungsgefahr gar nicht gratis annehmen können. „Wir mussten uns erst einmal eine Sondergenehmigung bei der Stabsleitung einholen, um ihnen etwas Gutes tun zu dürfen. Diese Erlaubnis greift jetzt zum Glück für alle Feuerwehr-Dienststellen in Berlin“, sagt der Helfer.

Die Reaktionen seien aber durchweg positiv. „In einem Pflegeheim sind wir von dem Team sogar beklatscht worden, als wir ihnen das Essen gebracht haben. Eigentlich müssen wir sie beklatschen und nicht umgekehrt“, findet Stiehler. Seinen ehrenamtlichen neuen Job macht er neben seinem Beruf bei einem Personaldienstleister. Falko Stiehler will durch die gesamte Corona-Krise hinweg helfen. Er sagt: „Wir freuen uns über jeden, der uns dabei unterstützt.“