Ex-Puhdy Dieter „Maschine“ Birr überreicht seine Lieblingsgitarre und das Kunstinstrument an „Braustübl“-Wirt Dirk Bengelsdorff (51). Foto: Sabine Gudath

Wenn es die Not erfordert, muss man von Dingen Abschied nehmen, die einem viel bedeuten. So tat es jetzt Dieter „Maschine“ Birr (76). Der Ex-Frontmann der Puhdys hat sich getrennt – von einer seiner Lieblingsgitarren.  30 Jahre spielte er auf ihr so einige Hits der Kultband. Nun wechselte sie für einen guten Zweck den Besitzer. Maschines Gitarre soll dem Friedrichshagener „Braustübl“ helfen, durch die schweren Corona-Zeiten zu kommen.

Die Gitarre soll für einen guten Zweck versteigert werden

Wirt Dirk Bengelsdorff (51) ist überrascht, als  in diesen Tagen  plötzlich Birr samt Gitarre bei ihm auftaucht. Dabei sind Promis in dem Lokal an der Bölschestraße nichts ungewöhnliches. Stars aus Ost und West zählen seit Jahren zu den „Braustübl“- Gästen. Sie kommen nicht nur zum Essen und Trinken, sondern stehen auch im hauseigenen Club auf der Bühne. Zuletzt traten Regina Thoss, Ireen Sheer, Ella Endlich und die Kabarettistin Marga Bach auf.

Das rockt: Gleich mit zwei Gitarren will Maschine dem Friedrichshagener „Braustübl“ helfen, das wie alle Berliner Lokale in der Corona-Krise ums Überleben kämpfen muss.   Foto: Sabine Gudath

Doch seit dem zweiten Lockdown, der im vergangenem Herbst für die Schließung der Berliner Gastro-Betriebe sorgte, ist auch im „Braustübl“ nun mit dem geselligen und kulturellem Treiben schluss. Keine Gäste, keine Konzerte im Club: Auch das „Braustübl“ muss wie viele andere Lokale ums Überleben kämpfen. „Mit Hilfe unseres Außerhausverkaufs versuchen wir es“, sagt Wirt Bengelsdorff. Doch das alles reicht nicht, um den Betrieb zu halten. „Damit es irgendwie weiter gehen kann, haben mir die Friedrichshagener sogar schon 52.000 Euro geliehen“, sagt der Wirt.

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Seit langer Zeit steht nun mit Dieter Birr wieder ein Promi im „Braustübl“. Maschine ist gekommen, um dem Lokal in der Not zu helfen. Der Ex-Puhdy war oft als Gast da, vor allem, als er noch in Friedrichshagen wohnte. „Ich habe hier schöne Stunden erlebt. Ich erinnere mich, wie ich mit vielen Musikerfreunden im Jahr 2000 den 40. Geburtstag meiner Frau feierte“, sagt Maschine. Er packt seine Gitarre aus, schreibt sein Autogramm darauf und  überreicht sie an Wirt Bengelsdorff. Er soll das wertvolle Instrument zu Gunsten seines Lokales versteigern.

Die zwölfseitige Yamaha-Akustikgitarre hatte Birr 1991 in Potsdam gekauft. „Sie war bei vielen Puhdys-Konzerten dabei, ich spielte auf ihr ,Alt wie ein Baum', oder ,Lebenszeit'“, sagt Maschine. „Mit der Gitarre komponierte ich auch die meisten Songs für das Puhdys-Album ,Dezembertage'.“ 

Auf diesem Video ist Maschine mit der Gitarre bei einem Konzert (1993) zu sehen.

Doch bei dem einen Instrument bleibt es nicht, um Wirt Bengelsdorff und seinem „Braustübl“ aus der Krise heraus zu helfen. Neben dem Ex-Puhdy sind in dem Lokal auch der einstige Rainbirds-Bassist Michael Beckmann („Blueprint“) und Maria Christow erschienen. Beide organisieren die Aktion „Rettet die Clubs“, die  Birr unterstützt. Sie bringen eine rot-schwarz lackierte Holzgitarre mit Maschines Namenszug mit, die der Künstler Alex Molter gefertigt hat.

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Molter hat bereits 60 solcher Kunstgitarren gebaut, mit denen Berliner Musiklokalen geholfen werden soll, die wegen des Lockdowns in ihrer Existenznot bedroht sind. Jedes der Instrumente ist ein Unikat, auf denen Namen von Bands wie Karat, Silly, Boss Hoss oder Rammstein stehen. „Sie werden von den Stars signiert und an einem Club ihrer Wahl überreicht“, sagt Organisator Beckmann. Geplant ist, dass die Musiklokale dann ihre Kunstgitarren wie bei einer Tombola verlosen, den Erlös behalten.  Über die Internetseite www.rettetdieclubs.com sind die Termine zu erfahren, die nach Ostern stattfinden sollen. 

So soll auch mit der Kunstgitarre verfahren werden, die Maschines  Namen trägt. Der Ex-Puhdy hat entschieden, dass diese ebenfalls das „Braustübl“ bekommt. Birr hofft, dass seine beiden Gitarren dem  Lokal viel Geld bringen, damit im „Braustübl“ nach dem Lockdown wieder ordentlich gerockt werden kann .