Altenpfleger Dennis Schoneveld (34) hat für die einsamen Bewohner des Domizil Alt-Mariendorf eine Geschenk-Aktion gestartet, damit auch diese Menschen zu Weihnachten Geschenke bekommen. Foto: Sabine Gudath

Manchmal genügt schon eine kleine Idee, um ein echtes Weihnachts-Wunder zu schaffen – keiner weiß das besser als der Berliner Dennis Schoneveld. Der 34-Jährige arbeitet als Altenpfleger in einem Pflegeheim in Mariendorf, rief im vergangenen Jahr eine außergewöhnliche Aktion ins Leben: Er bat die Berliner um mit Geschenken gefüllte Schuhkartons für die Bewohner der Einrichtung. Was dann geschah, ist für Schoneveld noch heute unglaublich – deshalb startet er das süße Projekt nun erneut.

„Weihnachten im Schuhkarton“ für einsame Senioren wird wiederholt

Schon im vergangenen Jahr berichtete der KURIER über die herzige Aktion – und danach „ging es richtig rund“, sagt Schoneveld heute. „Viele Anrufe und noch mehr Pakete kamen, am Ende waren es um die 600 Geschenkpäckchen!“ Nur 100 davon konnte er an die Bewohner des Domizil Alt-Mariendorf verteilen – alle anderen wurden unter anderem in mehrere Pflegeeinrichtungen in Mariendorf und Wedding gebracht, einige außerdem auf die Covid-Station eines Krankenhauses.

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Eine tolle Sache, die den Altenpfleger noch heute sprachlos macht. „Ich konnte zwar wegen der Pandemie nicht in die Häuser rein, aber die Mitarbeiter und Bewohner, die ich traf, waren richtig glücklich.“ Eigentlich wollte er es dabei belassen, doch über das Jahr kamen immer wieder Anfragen und Nachrichten, ob es sein „Weihnachten im Schuhkarton“ auch 2021 gibt. Dennis Schoneveld entschied sich dafür, organisiert die Päckchen-Aktion nun also erneut. Dieses Mal unterstützt unter anderem von dem Verein Human Love und dem indischen Verein der Indiawaale, die bei der Verteilung der Geschenke helfen wollen.

Dennis Schoneveld in seinem kleinen Geschenke-Lager - insgesamt 600 Päckchen kamen im vergangenen Jahr zusammen. Foto: Volkmar Otto

Die Inspiration für das Projekt kam direkt aus Schonevelds Arbeitsalltag. „Auch wir haben Bewohner, die niemanden mehr haben“, erzählte er dem KURIER.

Die Corona-Lockdowns verschärften die Situation schon im vergangenen Jahr noch weiter. „Es war am Anfang nicht leicht, den teilweise dementen Patienten beizubringen, warum sie nun keinen Besuch mehr bekommen“, erzählt er. „Aufgrund der langen Besuchspause gab es später Bewohner, die ihre Angehörigen nicht mehr erkannten. Sie haben geweint, hatten Angst. Das war und ist für alle sehr traurig.“

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Die Geschenke sollen deshalb Freude in den Alltag bringen. Wichtig dabei: Auf jedem Päckchen muss stehen, ob es für einen Mann oder eine Frau gedacht ist und was genau enthalten ist. „Im letzten Jahr musste ich leider 100 Pakete öffnen, weil diese Kennzeichnung fehlte“, sagt Schoneveld. „Und das ist schade, denn sie sind so liebevoll eingepackt.“

„Weihnachten im Schuhkarton“ für Senioren: DAS darf in die Päckchen!

Rein darf alles, was die Bewohner einer Pflegeeinrichtung brauchen können. Etwa Pflegeprodukte wie Kämme, Bürsten, Duschgel und Shampoo, eine Zahnbürste, ein Nagelpflegeset. Vielleicht Dekoration für den Nachtschrank, Kissen, Socken, aber Dinge zum Zeitvertreib, etwa ein Rätselheft.

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Und: Süßigkeiten wie Schokolade, Gummibärchen, Plätzchen. „Es geht um die nette Geste, deshalb darf gern auch ein Brief oder eine Karte des Absenders beiliegen. Im vergangenen Jahr sind daraus sogar Brieffreundschaften entstanden“, sagt Schoneveld.

Adresse: Dennis Schoneveld, Domizil Alt-Mariendorf, Mariendorfer Damm 148–150, 12107 Berlin