Etwa 200 Menschen sind zu der Trauerfeier für Herbert Köfer im Festsaal des Deutschen Hauses in Beelitz gekommen.
Volkmar Otto

Das Deutsche Haus in Beelitz – Herbert Köfer hat es geliebt. In dem Festsaal stand der Schauspieler oft auf der Bühne, hatte Silvester 2019 seinen letzten Auftritt in seiner Lieblingskomödie „Pension Schöller“. Vor einem Jahr feierte der Star im Deutschen Haus noch seinen 99. Geburtstag mit der Familie, mit Freunden und Kollegen. Nun sind sie wieder nach Beelitz gekommen, um Abschied von dem Volksschauspieler zu nehmen, der am 24. Juli im Alter von 100 Jahren starb.

Winfried Glatzeder und Victoria Sturm erinnerten sich daran, wie sie gemeinsam mit Herbert Köfer die „Pension Schöller“ erfolgreich am Kurfürstendamm spielten.
Volkmar Otto

Etwa 200 Gäste sind am Dienstagmachmittag zur Trauerfeier erschienen. Zu den ersten gehören Winfried Glatzeder, Achim Wolff und Victoria Sturm, die sich an die gemeinsamen „Pension Schöller“-Zeiten mit Köfer erinnern. Es folgen „GZSZ“-Star Wolfgang Bahro, die „In aller Freundschaft“-Schauspielerinnen Uta Schorn und Andrea Kathrin Loewig, Ex-Puhdy Dieter „Maschine“ Birr und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Alle wollen dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen. Wolfgang Lippert bringt eine rote Rose als letzten Gruß für seinen Freund Herbert mit.

TV-Legende Heinz Behrens war einer der ersten Trauergäste. Zusammen mit Herbert Köfer spielte er in „Rentner haben niemals Zeit“ und in vielen „Maxe-Baumann“-Fernsehschwänken. 
Volkmar Otto

TV-Legende Heinz Behrens: „Herbert war ein großartiger Mensch“ 

„Er war ein großartiger Kollege und Mensch“, sagt TV-Legende Heinz Behrens, der mit Köfer zum Schauspieler-Ensemble des DDR-Fernsehens gehörte, mit ihm zusammen in der beliebten TV-Serie „Rentner haben niemals Zeit“ spielte.

Wolfgang Lippert und seine Frau Gesine brachten eine Rose als letzten Gruß für Herbert mit.
Volkmar Otto

Auf der Bühne im Festsaal steht vor dem roten Vorhang eine Staffelei mit einem großen Schwarzweißfoto, das aus den 60er-Jahren stammt und Köfer lächelnd zeigt. Daneben wurden zwei bunte Sommersträuße mit vielen Sonnenblumen aufgestellt. Die Urne fehlt. Sie soll in der kommenden Woche in Beelitz beigesetzt werden.

Mit einer Rose kam auch Uta Schorn („In aller Freundschaft“).
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Vor der Bühne nehmen Köfers dritte Frau Heike und seine Kinder Gabriele, Mirjam und Andreas Platz, die um ihren Mann und Vater weinen. Die Musiker vom Trio Scho beginnen zu spielen. Es ist eine russische Volksweise, später wird der Sinatra-Hit „My way“ erklingen. Ihr Auftritt war Köfers Wunsch. Er hatte das Trio bei der Trauerfeier für seine Kollegin und Freundin Ursula Karusseit kennengelernt, die 2019 starb.

Der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth geleitet Witwe Heike Köfer zu der Trauerfeier.
Volkmar Otto

Ein Freund der Familie ist es, der eine sehr bewegende Trauerrede hält – Brandenburgs einstiger Ministerpräsident Matthias Platzeck. „Wir nehmen Abschied von einem Jahrhundertmensch“, sagt er und lässt noch einmal Köfers Leben Revue passieren.

Matthias Platzeck: Bewegende Trauerrede für Herbert Köfer 

Er berichtet, wie vor 80 Jahren am Stadttheater in Brieg (heute Polen) Köfers Karriere begann, wie er den Krieg überlebte und in der DDR mit Shows wie „Da lacht der Bär“ bis hin zu Serien wie „Rentner haben niemals Zeit“ die Menschen begeisterte. „Es gibt kaum einen Ostdeutschen, der Herbert Köfer nicht kannte“, sagt Platzeck. „Auch ich wurde mit ihm groß und alt. Die Leute liebten ihn und er sein Publikum.“

Matthias Platzeck hält eine bewegende Rede auf der Trauerfeier für Herbert Köfer. Uwe Tölle für Super-Illu

Platzeck erinnert auch an einen anderen Köfer. „Zeit seines Lebens war er Antifaschist, ging darum auch in die SED, der er so manchen Fehler verzieh. Bis an den Tag im Jahr 1989, als er in Dresden erlebte, wie hart der Staat gegen Demonstranten vorging. Da verließ Herbert die Partei.“

Dschungelcamp-Star Julian F. M. Stöckel war mit Herbert Köfer befreundet: „Herbert war jemand, der Menschen akzeptierte, so wie sie sind. Seine Freundschaft hat mir sehr viel bedeutet.“
Volkmar Otto

Köfer hatte noch viel vor, so Platzeck. „Er wollte im nächsten Jahr einen weiteren Horst-Krause-Film drehen und mit seiner Frau die Silberhochzeit feiern“, sagt er. Doch es kam anders, Köfers Herz wollte nun nicht mehr weiter schlagen. Platzeck schaut zu dem Köfer-Foto auf der Bühne, nimmt Abschied: „Ich bin dankbar, dich kennengelernt zu haben. Adieu, Herbert!“

Carmen-Maja Antoni ist nach Beelitz gekommen, um Abschied von Herbert Köfer zu nehmen. Mit ihm stand sie im Film „Krauses Zukunft“ vor der Kamera. Auf der Trauerfeier verliest die Schauspielerin eine Botschaft vom Macher der „Horst-Krause“-Filme, Bernd Böhlich.
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Auch Theater-Star Carmen-Maja Antoni, die noch mit Köfer in dessen letzten TV-Film „Krauses Zukunft“ vor der Kamera stand, nimmt vor dem Bild des Schauspielers Abschied. „Er war ein feiner Mensch. Tschüss Herbert, ruhe dich jetzt aus“, sagt sie.

Dieter „Maschine“ Birr bei der Trauerfeier: Der Ex-Puhdy erinnerte sich an einen festlichen Enten-Schmaus, den Herbert Köfer ihm zum Geburtstag schenkte. „Gerne hätte ich das mit ihm noch einmal wiederholt. “ Norbert Koch-Klaucke

Es wird noch eine weitere Trauerfeier für Herbert Köfer geben. Am 27. August können Fans von 10 bis 13 Uhr in das Deutsche Haus kommen, vor der Blumenurne innehalten und sich in ein Kondolenzbuch eintragen, teilte die Stadt Beelitz im Internet mit. An diesem Tag soll auch die Urne im engsten Familienkreis beigesetzt werden, so Bürgermeister Bernhard Knuth.