Henry Hübchen hat Angst vor Dunkelheit.
Henry Hübchen hat Angst vor Dunkelheit. Paulus Ponizak

Henry Hübchen ist als TV-Ermittler zurück Johannes Fischer: Eine Reihe von mysteriösen Morden steht im Mittelpunkt des neuen ZDF-Krimis „Das Licht in einem dunklen Haus“ (Montag, 28. November, 20.15 Uhr im ZDF). Wie der Berliner Schauspieler selbst mit Dunkelheit und den dunklen Zeiten der Krise umgeht, verrät er hier.

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Der 75-Jährige gesteht, dass er Dunkelheit nur schwer ertragen kann. Er mache immer in allen Räumen Licht und lasse die Zimmertüren offen, besonders im Winter, erzählt er. „Die dunkle Zeit drückt meine Stimmung. Als Großstadtpflanze ist mir auch die Dunkelheit draußen in der Natur unheimlich. Da muss ich mich erst dran gewöhnen. Deshalb liebe ich Vollmondnächte, trotz der Gefahr, einem Werwolf oder einem Vampir zu begegnen.“ 

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„Ich versuche mich an den Satz zu halten: Glaube wenig, hinterfrage alles und vor allem – denke selbst.“

Anders sieht das seine Kollegin Victoria Trauttmansdorff (62), die neben Hübchen auch eine Kommissarin spielt. „So ein dunkles Haus stelle ich mir aufregend vor. Von mir aus können die Straßenlaternen um 23 Uhr abgestellt werden.“ Licht ist überhaupt ein Thema in dem spannend-düsteren TV-Krimi mit vier Morden: Fischers Freundin sitzt gerne in seinem dunklen Haus, wenn sie ihn besuchen kommt – obwohl er stets eine Lampe brennen lässt. Als er zum Ende des Films nach Hause kommt, ist es überall dunkel.

Mehr Licht, das die Stimmung aufhellt, wünscht sich Henry Hübchen auch in der aktuellen Krisenstimmung in Deutschland. Der Schauspieler selbst versucht der mit einem inneren Kompass zu begegnen. „Ich versuche mich an den Satz zu halten: Glaube wenig, hinterfrage alles und vor allem – denke selbst.“

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Johannes Fischer (Henry Hübchen) und Konstanze Satorius (Victoria Trauttmansdorff.) befragen die Schwester eines weiteren Mordopfers in „Das Licht in einem dunklen Haus“
Johannes Fischer (Henry Hübchen) und Konstanze Satorius (Victoria Trauttmansdorff.) befragen die Schwester eines weiteren Mordopfers in „Das Licht in einem dunklen Haus“ dpa/ZDF/Mehden

Zur Häufung der vielen Probleme wie Corona, Inflation und Ukraine-Krieg, sagt der 75-Jährige: „Scheinbar passiert alles auf einmal. Aber alles hat auch eine Vorgeschichte, und dann wird vieles klarer. Vor allem, wenn man sich immer wieder fragt: Wem nützt das? Vielleicht macht das den Leuten Lust, sich mit Geschichte zu beschäftigen, statt mit Balkonbepflanzung und Kochrezepten. Ich bin aber skeptisch.“

Henry Hübchen sieht skeptisch in die Zukunft

Skeptisch ist der nachdenkliche Schauspieler auch im Hinblick auf die Frage, ob sich denn alles wieder zum Guten wenden könne. „Auf jeden Fall sind wir nicht die Guten und die anderen, die unsere ‚Werte‘ nicht teilen, die Bösen. Dieses Narrativ, die Überheblichkeit, das Moralisieren in der Politik wird uns zu keiner vernünftigen Lösung führen.“

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In dem TV-Krimi „Das Licht in einem dunklen Haus“ wendet sich jedenfalls nicht alles zum Guten: Das konsequente Schweigen aller Beteiligten ist hier erschütternd. Die vielen Rückblenden wirken zwar stellenweise etwas verstörend, dafür wird die ganze Geschichte sehr konsequent und ruhig erzählt – den Ermittlern kann der Zuschauer in aller Ruhe bei ihrer Arbeit zuschauen. Sie bekommen es nach und nach mit lauter komplett zerbrochenen Persönlichkeiten zu tun, denen ihr geschundenes Leben voller Scham und Schuldgefühle buchstäblich ins Gesicht geschrieben steht.